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Morgenglosse

Plötzlich alle öko?

INTERVIEW: WERNER KOGLER
APA/ROLAND SCHLAGER
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Über eine rot-grüne Rangelei, die auch Gutes verheißt.

Nach Ampel-Avancen klang das ja nicht gerade, was der Vizekanzler vor der türkis-grünen Regierungsklausur in puncto Koalitionsalternativen zu sagen hatte: Klimapolitik - also nichts weniger als die Geschäftsgrundlage seiner Partei - wäre mit der SPÖ schwieriger als mit der ÖVP, sprach Grünen-Chef Werner Kogler in der „Presse am Sonntag“. Denn: Die SPÖ stehe gerade in Energiekrisenzeiten aufseiten der Klimaschutzbremser, und auch Hans Peter Doskozil sei „auf alten Pfaden“ unterwegs.

„Verrückt“ nennen das die roten Burgenländer, in Doskozils Mission ausgerückt war dessen rechte Hand Roland Fürst. Kogler müsse erst einmal liefern, was man in Eisenstadt längst umgesetzt habe, dann könne man umwelttechnisch „auf Augenhöhe“ reden, tönte Fürst. Immerhin sei das Burgenland in puncto Windkraft und Sonnenstrom mitunter spitze, auch sonst würden reihum Öko-Pflöcke eingeschlagen, so Fürst.

Klingt nach einem faden Klausurvorspiel von Opposition und Regierung, von Bund und Land? Nicht nur: Denn bei genauerer Betrachtung ist es mehr als das. Wir haben da nämlich dialektisch einen recht verheißungsvollen Punkt erreicht, wenn selbst eine 0815-Auseinandersetzung vor einer Klausur mit einer ganzen Palette an Themen und offenen Versprechen just von der Frage handelt, wer denn nun mehr für Windkraft, für Sonnenstrom und dergleichen tut. Oder eben weniger. Das ist zwar immer noch Polit-Hickhack, aber immerhin auf halbwegs neuen Pfaden.