Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Jobselling Report 2023

Ein Viertel der unter 19-Jährigen strebt zusätzliche Beschäftigung an

Die Unterstützung der Arbeitgeber ist für das Wohlbefinden entscheidendWegscheider/ÖBB
  • Drucken

Die letzten zwei Jahre waren geprägt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie, steigenden Preisen und fehlenden Fachkräften. Düstere Entwicklungen, die sich auch auf die Motivation der Jungen niederschlagen. Doch ihre Vorsätze für 2023 sind ambitioniert.

Aktuell sind nur 65 Prozent der Österreicher mit ihrem Leben zufrieden, zeigt der Jobselling Report unter 1.000 Teilnehmenden im Alter von 14- und 39-Jährigen. Rund ein Drittel ist mit dem Leben unzufrieden, fünf Prozent hätten sogar mit Suizidgedanken zu kämpfen. Besonders stark zeichne sich die Belastung unter Frauen und jüngeren Menschen ab. So sind nur 35 Prozent mit ihrer finanziellen Lage zufrieden, wobei dies für 47 Prozent der männlichen Befragten zutrifft. Ähnliche Ergebnisse sind auch rund um die Frage nach der psychischen Gesundheit zu verzeichnen, da nahezu die Hälfte der Frauen über (zu) hohe mentale Belastung klagt.

Zurückzuführen sei dies unter anderem darauf, dass Frauen einen erheblichen Mehraufwand und höhere Belastung in Krisenzeiten zu managen haben. Insgesamt sei die Unterstützung der Arbeitgeber für das Wohlbefinden beider Geschlechter entscheidend, sagt Studienleiter Heinz Herczeg, denn: „Psychische Belastung, wie Stress, hat einen direkten Einfluss auf die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitenden.“

Kein Umzug, weniger Reisen

Dieses Jahr stünden bodenständige Vorsätze und Ziele im Vordergrund. So zähle die körperliche Gesundheit, finanzielle Vorsorge, das Vorhaben, weniger Geld auszugeben und sich mehr Zeit für sich selbst zu nehmen, zu den häufigsten Vorsätzen der jungen Bevölkerungsgruppe. Auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während sich ein Drittel der Frauen vornimmt, weniger Geld auszugeben, trifft dies nur auf ein Viertel der Männer zu. Neben den finanziellen Zielsetzungen haben Frauen zudem ein stärkeres Bedürfnis danach, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen und sich um die psychische Gesundheit zu kümmern.

Auch das Alter spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um die künftigen Vorhaben geht: Rund ein Viertel der unter 19-Jährigen möchten im neuen Jahr eine zusätzliche Beschäftigung zur Arbeit oder Ausbildung aufnehmen. Denn die wirtschaftliche Lage beängstigt rund 90 Prozent der heimischen Bevölkerung. Aber vor allem die Altersgruppe der 30- bis 39-jährigen Frauen fühlt sich stärker betroffen als die jüngeren Männer. Zudem beunruhigen die steigenden Preise rund 60 Prozent der Burgenländer und Steirer – in Vorarlberg und Salzburg zeigt sich nicht einmal die Hälfte besorgt.

Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass die aktuellen Krisen größere Reisen, die Anschaffung eines neuen Autos oder neuer Möbeln erschweren. Auch ein Umzug oder der Erwerb einer Immobilie sind eingeschränkt. Mehr als die Hälfte sieht sich negativ beeinflusst, wenn es darum geht, Kinder in die Welt zu setzen.

Frauen schätzen Resilienz niedrig(er) ein

Auch die (flexible) Arbeitssituation trägt maßgeblich zum seelischen Wohlbefinden bei: So sind rund 20 Prozent der Befragten, die im Home-Office arbeiten könnten, es aber nicht tun, von psychischen Belastungen weit stärker betroffen als jene, die regelmäßig von Zuhause aus arbeiten. Darüber hinaus wirkt sich ein langer Anfahrtsweg negativ auf die mentale Gesundheit aus.

Betreffend ihrer Fähigkeit, Krisen zu meistern und gestärkt daraus hervorzugehen, sind es 21 Prozent, die sich eine hohe Resilienz zuschreiben. Bei den jungen Frauen liegt dieser Wert bei 17 Prozent, bei den männlichen Befragten bei 24 Prozent. Zur hohen Resilienz trage bei, eine positive Einstellung und eine realistische Erwartungshaltung an sich selbst zu haben. Ursachen für eine niedrige Resilienz hingegen liegen hauptsächlich an Selbstzweifeln und mangelndem Selbstbewusstsein.

Neben den Rahmenbedingungen, die der Arbeitgeber für eine bessere Stimmungslage bieten kann, spielt auch das Arbeitsumfeld und -klima eine wesentliche Rolle. Als besonders positiv wurde ein Arbeitsumfeld bezeichnet, wenn ein guter Teamzusammenhalt besteht, die Personen selbst etwas Positives schaffen oder beeinflussen können und ein offener Austausch mit Mitarbeitenden herrscht. Ein Drittel der Befragten legt zudem Wert auf persönliche Wertschätzung und Interesse seitens der Vorgesetzten. Was die Stimmung der Arbeitnehmenden hinunterzieht, ist vor allem ein zu geringes Gehalt. Weitere abbauende Aspekte sind zu wenig Wertschätzung, demotivierte oder unfreundliche Kollegen sowie zu hoher Ergebnisdruck.

(red/est)