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Automarkt

BMW bleibt knapp vor Mercedes: Deutsche Autobauer melden Absatzminus

Trotz eines schwächeren Absatzes hat BMW 2022 seine Position als weltweit größte Premiummarke vor Mercedes-Benz das zweite Jahr in Folge behauptet.(c) imago images/Future Image (Christoph Hardt via www.imago-images.de)
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Die Absatzzahlen der drei deutschen Premium-Autobauer Audi, BMW und Mercedes waren im Vorjahr rückläufig. Probleme in China dämpften die Erholung vom Pandemie-Schock der Vorjahre.

Trotz eines schwächeren Absatzes hat BMW 2022 seine Position als weltweit größte Premiummarke vor Mercedes-Benz das zweite Jahr in Folge behauptet. Die Marke BMW lieferte im vergangenen Jahr 2,1 Millionen Fahrzeuge aus und damit fünf Prozent weniger als vor Jahresfrist, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Rivale aus Stuttgart blieb mit 2,04 Millionen Fahrzeugen nur knapp unter dem Vorjahreswert und konnte den Abstand zu BMW damit verkürzen. Auf dem dritten Platz landete Audi mit 1,61 Millionen verkauften Autos. Der Mangel an Halbleitern, Logistikprobleme und Covid-Lockdowns am wichtigsten Einzelmarkt China dämpften bei allen Autobauern die Erholung vom Pandemie-Schock der Vorjahre.

Die Münchner hatten 2021 den Schwaben erstmals seit fünf Jahren die Premiumkrone entrissen. Mercedes-Chef Ola Källenius verzichtet mit seiner Strategie, die Marke noch mehr auf hochprofitablen Luxus zu trimmen, ausdrücklich auf das Rennen um die höchsten Stückzahlen. Der dritte im Bunde der Premiummarken, die Volkswagen-Tochter Audi, landete auf dem dritten Platz und verfehlte mit einem Absatzrückgang um 3,9 Prozent seine selbstgesteckten Ziele.

Beim Gesamtabsatz schnitt Mercedes-Benz, einschließlich seiner wachsenden Van-Sparte, im vergangenen Jahr etwas besser ab als BMW mit seinen Marken Mini und Rolls-Royce. Die Marke mit dem Stern lieferte 2,45 Millionen Pkw und Transporter an die Kunden aus und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr. BMW verkaufte 2,4 Millionen Autos - ein Rückgang um knapp fünf Prozent. Zum Jahresende habe sich die Lage dagegen gebessert. Mit einem Plus von 17 Prozent fiel der Endspurt im vierten Quartal bei Mercedes stärker aus als das Quartalswachstum von zehn Prozent bei BMW.

Elektro-Anteil steigt, Tesla bleibt Marktführer

In den Vordergrund rückt angesichts des Kampfes gegen den Klimawandel die Frage, wie die deutschen Hersteller den Umschwung von Verbrennungsmotoren zu reinen Elektroantrieben schaffen. Marktführer ist hier der US-Elektroautopionier Tesla nach rasantem Wachstum mit einem Jahresabsatz von 1,3 Millionen. BMW und Mercedes konnten den Absatz im Zukunftssegment E-Autos mehr als verdoppeln, sind aber noch vergleichsweise kleine Player: BMW verkaufte knapp 216.000 vollelektrische Modelle wie den BMW i4 oder den elektrischen Mini. Nach neun Prozent im vergangenen Jahr sei ein Absatzanteil von 15 Prozent der nächste Meilenstein für 2023, erklärte BMW-Vertriebschef Pieter Nota. Mercedes-Benz fand Abnehmer für fast 118.000 Einheiten der batterieelektrischen Modellreihe EQ, womit erst sechs Prozent des Absatzes reine E-Autos waren. "Im Jahr 2023 werden wir unsere Mission fortsetzen, die begehrtesten Elektroautos anzubieten", erklärte Mercedes-Chef Källenius.

Audi schaffte hier ein Plus von gut zwei Fünfteln auf 118.196 verkaufte Elektroautos und lag mit dem Anstieg hinter der Konkurrenz. Vertriebschefin Hildegard Wortmann sprach von starken Zahlen, die zeigten, dass der Fokus auf E-Mobilität der richtige Weg sei. Die Marke mit vier Ringen hat sich selbst das Ziel gesteckt, ab 2026 keine neuen Verbrenner mehr auf den Markt zu bringen. Bislang haben die Ingolstädter drei vollelektrische Modelle im Angebot; unter anderem fehlen elektrische Versionen der Volumenmodelle A3, A4 und A6.

Bei der Marke Volkswagen waren sieben von 100 verkauften Fahrzeugen vollelektrisch: Der Volumenhersteller verzeichnete mit 330.000 Stück seiner ID-Elektromodelle fast ein Viertel Zuwachs, während der Gesamtabsatz des europäischen Marktführers um 6,8 Prozent auf 4,56 Millionen Fahrzeuge schrumpfte.

Die Rahmenbedingungen für den Wandel zur E-Mobilität haben sich verschlechtert, wie die Unternehmensberatung Deloitte erklärte. Zum einen belasteten höhere Zinsen und Inflation, insbesondere steigende Kosten bei Batterien und Strom neben der geringen staatlichen Förderung die Nachfrage. Zum anderen bleibe die noch lückenhafte Ladeinfrastruktur ein Bremsklotz. Nach einer aktuellen Umfrage von Deloitte wollen sich hierzulande erst 16 Prozent der Verbraucher ein E-Auto anschaffen, kaum mehr als vor einem Jahr. "Das Zusammenspiel zwischen aktuellen Entwicklungen und den Wünschen der Konsumenten könnte dazu führen, dass der Hochlauf der Elektromobilität nicht so schnell vorankommt wie gesellschaftlich gewünscht", warnte Deloitte-Autoexperte Harald Proff.

 

(APA)