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Mit Thomas Manns Grant kommt man bestens durch den Tag

Thomas Bernhard
Thomas Bernhard, 1984: Ach, unser herrlicher Lästerer der Nation.APA
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Von Arno Schmidt bis Thomas Bernhard: Griesgrämige Notate aus den Tagebüchern großer Schriftsteller machen auf Twitter Furore.

„Wenn Sie eine Zeitung aufmachen, lesen Sie fast nur irgendwas von Thomas Mann.“ Und das „immer wieder, ununterbrochen. Das ist ja nicht zum Aushalten“, beklagte sich Thomas Bernhard. „Was der Kerl eigentlich dahergeschrieben hat!“ Der war ja „völlig verkrampft und ein deutscher Kleinbürger. Mit einer geldgierigen Frau.“

Ach, unser herrlicher Lästerer der Nation. Bernhard schrieb das um 1985, rund 30 Jahre nach dem Tod seines noch berühmteren Kollegen. Und heute müsste er sich genauso giften, wenn nicht mehr. Warum? Das Zitat fanden wir auf dem Twitter-Account „Daily Bernhard“, wo ein unbekannter Betreiber eine Sottise pro Tag postet, wie einen abgründigen Kalenderspruch. Das lesen gut 10.000 Follower, immerhin. Aber seine relative Beliebtheit verdankt das Angebot wohl nur dem erfolgreicheren Vorbild: „Thomas Mann Daily“, vorigen April von einem Germanistik-Doktoranden in Berlin gegründet, mit fast 30.000 treuen Fans.


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