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Interview

Kataloniens Regionalpräsident: "Wir sind ja keine Extremisten"

Regionalpräsident Pere Aragonès träumt von einem unabhängigen Staat Katalonien.ALBERTO ESTEVEZ / AFP / pictured
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Pere Aragonès, Regionalpräsident Kataloniens, plant ausgerechnet im spanischen Superwahljahr 2023 ein neues Unabhängigkeitsreferendum. Auch Massenproteste schließt er nicht aus. Ökonomische Folgen einer Krise mit Madrid fürchtet er nicht.

Die Presse: In Ihrer Weihnachts-Ansprache haben Sie angekündigt, dass im Jahr 2023 Katalonien erneut über seine Unabhängigkeit abstimmen soll. Madrid erteilte bereits eine Absage. Was haben Sie heuer vor?

Pere Aragonès: Vor zwei Jahren haben wir unsere Verhandlungen mit der spanischen Regierung gestartet. Zuerst konzentrierten wir uns auf Maßnahmen gegen die spanische Repression, kämpften unter anderem für die Befreiung der politischen Gefangenen (katalanische Vertreter der Politik und Zivilgesellschaft, die nach Abhaltung des Unabhängigkeitsvotums 2017 inhaftiert wurden, Anm.), für die Änderung von repressiven Gesetzen. Damals sagte uns jeder, die Verhandlung werde schwierig. Aber wir erfüllten unsere Ziele trotzdem: Die politischen Gefangenen wurden begnadigt, das Strafrecht wird reformiert. Jetzt beginnt Phase zwei: Es geht um den Kern des Konflikts zwischen Spanien und Katalonien, um unsere Forderung nach Selbstbestimmung. Als Lösung dieses Konflikts schlagen wir das Referendum über die Unabhängigkeit vor. Nun warten wir auf den spanischen Vorschlag. Bisher wissen wir nur, was sie nicht wollen.

Das klingt nach einem Szenario wie im Jahr 2017, als die katalanische Regionalregierung trotz Verbots aus Madrid abstimmen ließ und Chaos sowie Verhaftungen folgten. Wird das Votum auch diesmal stattfinden, wenn Spanien bei seinem Nein bleibt?