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Martin Hetzer
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Porträt

„Glücksfall, dass es in Österreich ist“

Seit Jahresbeginn leitet Martin Hetzer das Institute of Science and Technology Austria (Ista). Ein Gespräch über Forschende als Manager, Führung und interdisziplinäres Arbeiten.

Gut 19 Jahre forschte Martin Hetzer als Professor am renommierten Salk Institute im kalifornischen San Diego und war zuletzt auch Senior Vice President. Seine kurze Antwort auf die Frage, warum er das Salk Insitute verlassen habe, lautet: Ista. Es gebe kein vergleichbares Projekt zum Institute of Science and Technology Austria (Ista) in der internationalen Grundlagenforschung. „Es ist ein Glücksfall, dass es in Österreich ist“, sagt der gebürtige Wiener. Er kenne kein anderes „interdisziplinäres Forschungsnetzwerk, das sich im Wettbewerb mit anderen Top-Instituten so behaupten kann“ und „eine attraktive Alternative bietet, weil es nicht in Abteilungen aufgeteilt ist“.

Und weil es wächst. Aktuell gibt es auf dem Campus in Maria Gugging in der Nähe von Klosterneuburg 75 Forschungsgruppen und rund 1000 Mitarbeitende. Bis zum Jahr 2036 soll das Ista doppelt so groß werden.

„Teil des eigenen Selbstverständnisses und Selbstbewusstseins“

Wenn es um das Wachstum geht, ist dem 54-Jährigen wichtig, die interdisziplinäre Netzwerkstruktur beizubehalten, neue Felder zu erschließen (so wie kürzlich Erdwissenschaften und Astrophysik) und nicht in die Falle zu tappen, Silos entstehen zu lassen. Deshalb muss auch die Kommunikation der Forschungsgruppen untereinander mitwachsen. Denn sie beschreibt Hetzer als „Teil des eigenen Selbstverständnisses und Selbstbewusstseins“. Und als Basis, um an komplexen Themen, wie dem Klima oder dem menschlichen Altern, gemeinschaftlich zu forschen. „Es geht um die Kultur, in der Leute bereit sind, miteinander zu sprechen, neugierig zu sein und aufgeschlossen zu sein.“ Seine Aufgabe sei, Plattformen, wie etwa gemeinsame Veranstaltungen oder Workshops, für den Austausch zur Verfügung zu stellen.