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Bright Eyes: 30 und erst recht wütend

Bright Eyes erst recht
(c) REUTERS (� Brian Snyder / Reuters)
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Conor Oberst, geboren 1980 in Omaha, Nebraska, startete schon mit 15 Jahren das Bandprojekt Bright Eyes. Im Februar erscheint das neue Album „The People's Key“.

„Shell Games“. Das dreißigste Jahr ist im Leben eines Mannes eine gute Gelegenheit für eine Existenzkrise, besonders wenn er wie Conor Oberst schon mit 20 als Originalgenie gehandelt worden ist. Solche haben freilich auch das Recht, unberechenbar zu sein. Oberst nützt das hier, indem er Klänge verwendet, vor denen Menschen, die im „Independent“-Soziotop hausen, pflichtschuldig graut: „Shell Games“ klingt unverschämt nach Pathosrock der Siebziger und Achtziger. Zumindest ab der zweiten Strophe orgelt der Synthesizer, stampft das Schlagzeug, trägt eine Gitarre dick auf. Es geht ja auch um das Sehnen nach „heavy love“, um einen Zustand, in dem man sich „death obsessed, like a teenager“ fühlt. „Sold my tortured youth“, singt Oberst und: „I'm still angry with no reason to be.“ Genug von Hütchenspielen, genug vom Folk, hier kommt Bombast.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Boris Jordan (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 13 Uhr und 14.30 Uhr auf FM4.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2011)