Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
International

Die Jagd nach den Geheimnissen der Pfeilspitzen

Auf Forschungsreise in Jordanien: Ein Beduine lieh Milić das Pferd, so konnte sie archäologische Stätten abseits der Tourismusmagnete erkunden.
Auf Forschungsreise in Jordanien: Ein Beduine lieh Milić das Pferd, so konnte sie archäologische Stätten abseits der Tourismusmagnete erkunden.Mohammed K. Flahat
  • Drucken

Die Archäologin Bogdana Milić ergründet derzeit von Spanien aus, wozu die Steinwerkzeuge des Neolithikums gedient haben. Ihre Spurensuche führt sie nach Jordanien, Griechenland, Serbien und in die Türkei.

Bogdana Milić' Arbeit ist voller Rätsel. „Manches sieht aus wie eine Pfeilspitze, wurde aber möglicherweise nie für die Jagd genutzt“, schildert sie. Denn Pfeilspitzen können ganz unterschiedliche Funktionen haben: „Man kann sie zum Schneiden, Bearbeiten von Tierhaut oder zum Ernten nutzen“, erklärt die Archäologin. Als einst Ackerbau und Viehzucht in den Lebensmittelpunkt rückten, tauchten neue Haushaltswerkzeuge auf. „Wurden Pflanzen damit geschnitten, haben die Klingen einen speziellen Glanz“, erklärt die Forscherin. Genaue Spuren zeigen sich freilich erst unter dem Mikroskop.

Warum in der Jungsteinzeit, genauer vom zehnten bis zum sechsten Jahrtausend v. Chr. zwischen dem Nahen Osten und Südosteuropa Pfeilspitzen weiter in großer Menge hergestellt wurden, obwohl die Jagd schon eine untergeordnete Rolle spielte, und wofür man sie verwendete, sind Kernfragen von Milić' Forschung. Viele Fragen sind offen. „Die Steinwerkzeuge könnten in der damals völlig neuen sozialen Organisation auch eine symbolische Bedeutung gehabt haben“, sagt die gebürtige Serbin.