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Ein Central Park wie in New York? Der Reininghauspark in Graz mit Randbebauung von Pentaplan.
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Architektur

In Graz wachsen Türme und Träume

Zwei neue Stadtteile in Graz erwachen zum Leben: Smart City und Reininghausquartier. Reichen Dichte und Durchmischung aus, um echte Urbanität zu erzeugen?

Graz wächst. Seit 2012 ist die Zahl der Stadtbewohner von 298.000 auf 335.000 gestiegen, ein Zuwachs von 12,5 Prozent. Damit liegt die Stadt proportional gleichauf mit der Entwicklung in Wien. Eine im Herbst 2022 veröffentlichte Wohnbaustudie zeigt einige Grazer Besonderheiten: 18.000 neue Wohnungen zwischen 2015 und 2020, davon nur 15 Prozent Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen. Im Jahr 2021 wurden 44 Prozent der Wohnungen zur Weitervermietung gekauft, wobei die durchschnittliche Wohnungsgröße auf rund 60 Quadratmeter zurückging, wie es für Anlegerwohnungen typisch ist.

Die beiden innerstädtischen Gebiete, die mit den größten Ambitionen entwickelt wurden, sind alte Industrieareale, beide im Westen in der früheren Vorstadt gelegen, jenseits der Bahn, die immer noch eine Barriere darstellt. Das kleinere der Areale, das sich als Smart City Graz positioniert, liegt unmittelbar an der Bahntrasse hinter dem Hauptbahnhof; das mit 52 Hektar deutlich größere, die Reininghausgründe, etwas weiter stadtauswärts im Südwesten. Beide Areale wurden mit neuen beziehungsweise erweiterten Straßenbahnlinien an den öffentlichen Verkehr angebunden.

Die Smart City hinter dem Bahnhof hat eine spezielle Entwicklungsgeschichte, deren erster Impuls auf zwei vom Architekten Markus Pernthaler entworfene Bauten zurückgeht, die List Halle und den Science Tower, die als Basilika und Campanile zum Nukleus eines Stadtquartiers wurden, das in dieser Form eigentlich nicht geplant war. Heute ist das Areal gerade in der letzten Phase der Fertigstellung; eine bewohnte Baustelle, an der man die städtebauliche Idee aber bereits gut ablesen kann: eine Stadt mit klaren Platz- und Straßenräumen, gemischt genutzt und hoch verdichtet. Trotz klassischer städtebaulicher Vorgaben gibt es eine gute Bandbreite an Gebäudelösungen, durchaus mit typologischen Innovationen.