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Literatur

Der Dorn der Heckenrose

Ewald Arenz hat mit „Die Liebe an miesen Tagen“ einen wuchtig angelegten Liebesroman geschrieben, dem etwas weniger Drama gutgetan hätte.

Clara ist Fotografin bei einer lokalen Zeitung, Mitte 40, ihr Mann ist vor einigen Jahren an Krebs gestorben, nun wird ihr auch noch gekündigt. Elias, ein Schauspieler, steckt in einer Beziehung mit Vera, die ihn mehr will als er sie. Als Elias und Clara aufeinandertreffen, ist beiden schnell klar: Es ist die eine große Liebe. Nach einem kurzen wilden Glück beginnt eine Spirale des Unglücks, ausgelöst durch den Dorn einer Heckenrose, an dem sich Elias beim Überklettern eines Zaunes verletzt.



Der routinierte Erzähler Ewald Arenz, bekannt durch die Romane „Alte Sorten“ oder „Der große Sommer“, hat nun mit „Die Liebe an miesen Tagen“ einen wuchtig angelegten Liebesroman geschrieben, der aber durch die vielen Schicksalsschläge, die seine Figuren erleiden müssen, einiges an Glaubwürdigkeit verliert. Auch Claras Sturheit kann man schwer nachvollziehen: Sie nimmt einen Job in einer anderen Stadt an und akzeptiert nicht, dass Elias sich nicht auf der Stelle entscheiden will, mit ihr mitzugehen – schließlich ist er durch ein längeres Engagement gebunden. Sie will ihre Jahre nicht in einer Fernbeziehung vergeuden, immerhin ist Elias etwas jünger als sie, was ihr Sorgen bereitet. Dennoch möchte man ihr zurufen: „Lass dem Mann ein bisschen Luft, er liebt dich sowieso bedingungslos.“ Aber auch er hatte ein Leben zuvor, hat eine jugendliche Tochter, die er nicht so einfach zurücklassen möchte. Etwas weniger Drama wäre in diesem Fall jedoch mehr gewesen. Lin

Ewald Arenz: „Die Liebe an miesen Tagen“, Dumont-Verlag, 384 Seiten, 24,70 Euro