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Schleuser tarnte Flüchtlinge als Touristen

Schleuser tarnte Fluechtlinge Touristen
(c) Bilderbox
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Die griechische Polizei entdeckte 15 Afghanen, die als Touristen getarnt mit zwei kleinen Privatflugzeugen von Griechenland nach Norditalien gebracht werden sollten.

Athen/Ag. Internationale Schleuserbanden finden immer neue Wege, Flüchtlinge illegal nach Mitteleuropa zu bringen. Die griechische Polizei entdeckte jetzt 15 Afghanen, die als Touristen getarnt mit zwei kleinen Privatflugzeugen von Griechenland nach Norditalien gebracht werden sollten. Sechs mutmaßliche Schleuser wurden festgenommen.

Die Schleusermethode war nach Angaben der Polizei neu: Die Migranten waren vor drei Monaten illegal in Griechenland eingereist, lebten zwischenzeitlich in Athen und sollten nun – begleitet von einer „Reiseleiterin“ – mit zwei kleinen Propellermaschinen nach Genua in Italien fliegen.

Die Polizei wurde auf die Gruppe aufmerksam, als sie am Samstag mit vier Taxis von Athen zum kleinen Flughafen der nordgriechischen Hafenstadt Kavala fuhr, die 700 Kilometer von der Hauptstadt entfernt liegt. Die Flüchtlinge und ihre Schleuser gingen nach den Worten des Polizeisprechers Athanasios Kokkalakis davon aus, dass es in und um den kleinen Flughafen von Kavala weniger Kontrollen gibt.

Die Polizei nahm die angebliche Reiseleiterin, die in einem Mailänder Reisebüro arbeitet und den Trip organisiert hatte, ebenso fest wie vier Taxifahrer. Auch ein Brite, der die Flugzeuge gechartert hatte, kam in Gewahrsam.

 

Umstrittener Zaun gegen Illegale

Seit Monaten kämpft Griechenland gegen einen Strom an illegalen Einwanderern aus Afrika und Asien. Allein 2010 kamen nach offiziellen Angaben 128.000 Migranten in das krisengeschüttelte Land. Ziel der meisten ist Mitteleuropa. Um den Strom einzudämmen, hat Athen in Kooperation mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex seine Grenzkontrollen zur Türkei verstärkt.

Zuletzt sorgten Diskussionen um die Errichtung eines Grenzzauns zur Türkei für Zündstoff: Die Vereinten Nationen wollen Athen vom Bau des Walls abbringen. Auch vom Einsatz schwimmender Gefängnisse zur Internierung von Asylwerbern war die Rede. Die Vorschläge werden derzeit diskutiert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.01.2011)