Justiz

Iran begnadigt rund 1000 Frauen

Im Iran werden anlässlich eines religiösen Feiertags Hunderte Frauen aus dem Gefängnis entlassen. Indes tritt der inhaftierte US-Bürger Siamak Namazi in einen Hungerstreik.

Irans Justiz hat im Zusammenhang mit einem religiösen Feiertag rund 1000 inhaftierte Frauen begnadigt. Wie das Justizportal Misan am Montag mitteilte, erhielten zudem 6000 weitere Frauen Hafturlaub. Ob unter den Begnadigten auch Frauen waren, die jüngst im Rahmen der systemkritischen Proteste verhaftet wurden, blieb unklar.

Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden bei der jüngsten Protestwelle fast 20.000 Menschen verhaftet. Die Justiz stand nach der Vollstreckung von Todesurteilen gegen Demonstranten im Land und international in der Kritik. Immer wieder hatten Justizbeamte einen harten Kurs gegen die Proteste angekündigt.

US-Bürger tritt in Hungerstreik

Ein seit über sieben Jahren im Iran inhaftierter US-Bürger ist unterdessen in einen siebentägigen Hungerstreik getreten, um die US-Regierung zu stärkerem Engagement für seine Freilassung zu drängen. "Nur der Präsident der Vereinigten Staaten hat die Macht, uns nach Hause zu bringen", schrieb Siamak Namazi in einem zu Beginn seines Hungerstreiks am Montag veröffentlichten offenen Brief an US-Präsident Joe Biden.

Namazi, der iranische Wurzeln hat, war im Oktober 2015 wegen angeblicher Umsturzpläne festgenommen worden. Sein Vater Baquer, ein früherer Unicef-Mitarbeiter, wurde ebenfalls festgenommen, als er sich im Iran für die Freilassung seines Sohnes einsetzen wollte. Er kam im vergangenen Oktober aus gesundheitlichen Gründen frei.

(APA/dpa)

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