Quergeschrieben

Diskutieren über den Kitt für eine zersplitterte Welt

Die einen düsen zur Klimarettung im Privatjet nach Davos, die anderen kleben sich an Straßen fest. Das Ozonloch kann zwar nicht geklebt werden, doch kleiner wird es.

Nein, die Mitglieder der Straßenkleberbande, die ihre Endzeitstimmungen mit einer Überdosis Moral aufputschen, sind keine Klimaterroristen, die Dosensuppenschütter in den Museen ebenso wenig. Wer je auf einem US-Highway mit siebzig Meilen (110 km/h) Höchstgeschwindigkeit dahingegondelt ist, kann der Forderung nach einem Tempo-100-Limit auf hiesigen Autobahnen durchaus etwas abgewinnen – abgesehen davon, dass sich laut Berechnungen des Umweltbundesamts immerhin 460.000 Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden ließen.

„Gleiten statt hetzen“ plakatierte der ÖAMTC bereits Ende des vorigen Jahrhunderts im Kampf gegen Luftverschmutzung, Feinstaub – und das Ozonloch. „In Chile erblinden Kaninchen, Schafe bekommen Hautgeschwüre. Das Ozonloch über dem Südpol beschränkt sich längst nicht mehr auf das ewige Eis – und die Gefahr für Leib und Leben nicht mehr nur auf Pinguine. Auch im Norden des Globus ist der Ozonschild in diesem Frühjahr um 20 Prozent dünner geworden. Schon bei einer dauerhaften Ausdünnung um nur zehn Prozent soll die Zahl der Hautkrebserkrankungen um ein Viertel steigen“, warnte die Berliner „Taz“ 1992 düster: „Mit 22 Mio. Quadratkilometern ist das Ozonloch über dem Südpol so groß wie die ehemalige Sowjetunion. Es wird die Menschen dort selbst bei sofortigem Ausstieg aus allen Ozonkillern bis Mitte des kommenden Jahrhunderts begleiten. Denn Ozonkiller, die heute frei werden, beginnen erst in etwa 15 Jahren mit ihrem Zerstörungswerk in der Stratosphäre.“


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