Ermittlungen gegen Schauspieler

Hat Teichtmeister alle im Kulturbetrieb getäuscht?

++ ARCHIVBILD ++ SCHAUSPIELER FLORIAN TEICHTMEISTER
Während er mit den Behörden bereits kooperierte, soll Teichtmeister seine Arbeitgeber in der Kulturbranche von seiner Unschuld überzeugt haben.APA/FLORIAN WIESER
  • Drucken

Gewusst oder gehört hatten einige in der Kulturbranche von den Vorwürfen gegen Florian Teichtmeister - auch der ORF. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus. Einige glaubten offenbar dem Schauspieler, der ihnen gegenüber seine Unschuld beteuert haben soll.

„Aufgrund der Taten von Florian Teichtmeister setzen wir die Inszenierung ,Nebenan‘ ab“: Diese Information poppt im Onlinespielplan des Burgtheaters auf, wo am Mittwoch das Stück „Nebenan“ auf dem Programm gestanden wäre: eine Inszenierung von Burg-Direktor Martin Kušej nach dem gleichnamigen Film von Daniel Brühl und Daniel Kehlmann – und mit Florian Teichtmeister in einer Hauptrolle. Die kommende Vorstellung entfällt ersatzlos; was an späteren Terminen stattdessen gezeigt wird, will das Theater noch bekannt geben.

Teichtmeister wurde am Freitag als Burg-Ensemblemitglied fristlos entlassen, nachdem bekannt wurde, dass er sich wegen des Besitzes von 58.000 Dateien, auf denen unter anderem Kindesmissbrauch abgebildet ist, vor Gericht verantworten muss. Was aus seinen Engagements wird, aus den TV- und Kinoproduktionen, in denen er mitgespielt hat – darüber wird jetzt nachgedacht. Heikler sind die Überlegungen darüber, wer von den Vorwürfen gegen ihn gewusst oder gehört haben musste – und wie darauf reagiert wurde. Seit im September 2021 in „Krone“ und „Standard“ erste Medienberichte – ohne Namensnennung – über Ermittlungen wegen Körperverletzung, Drogenmissbrauchs und des Besitzes von Kinderpornografie erschienen, war einigen im Kulturbetrieb klar, wer darin gemeint war.


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.