Untersuchung

Zu hohe Preise? Behörden prüfen Energieversorger

Viele Österreicher wissen nicht, wie viel Energie sie verbrauchen - und was sie dafür genau bezahlen.
Viele Österreicher wissen nicht, wie viel Energie sie verbrauchen - und was sie dafür genau bezahlen. imago/Steinach
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Die Beschwerden von Privatkunden über abrupte Preissprünge bei Strom und Gas mehren sich. E-Control und die Bundeswettbewerbsbehörde wollen Klarheit schaffen.

Wien. Langsam aber sicher kommt die Energiekrise auch bei den letzten heimischen Strom- und Gaskunden an. Am Montag verkündete Österreichs größter Stromanbieter Verbund, die Preise für Altkunden mit bestehenden Verträgen in die Höhe schrauben zu wollen. Wer in den letzten eineinhalb Jahren Anbieter wechseln musste, hat diesen Preisschock schon hinter sich. Viele Haushalte bezahlen heute bis zu vier Mal mehr für Strom und Gas als vor wenigen Monaten. Die Energiekrise zollt ihren Tribut, sagen die Anbieter.

Aber geht dabei alles mit rechten Dingen zu oder kassieren die Unternehmen zu viel? Müssten sie die wieder gesunkenen Großhandelspreise für Strom und Gas nicht längst an ihre Kunden weitergeben? Diesen Fragen wollen die Bundeswettbewerbsbehörde und der Energie-Regulator E-Control mit einer gemeinsamen Task Force auf den Grund gehen. „Wir haben eine Unmenge an Beschwerden von Kunden, die mit ihren neuen Tarifen nicht zufrieden sind“, sagt E-Control-Chef Wolfgang Urbantschitsch zur „Presse“. Eine „smoking gun“, dass dahinter eine Kartellabsprache stecke, gebe es zwar nicht. Dafür aber eine ganze Reihe an Ungereimtheiten.

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