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"Living": Bill Nighy bleibt auch als Hedonist stets höflich

Das britische Comedy-Urgestein Bill Nighy gibt in „Living“ einen Bürokraten, der nach einer Todesdiagnose nicht verzagt – und sich zu benehmen weiß.
Das britische Comedy-Urgestein Bill Nighy gibt in „Living“ einen Bürokraten, der nach einer Todesdiagnose nicht verzagt – und sich zu benehmen weiß.(c) Ross Ferguson
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Ein Gentleman (Bill Nighy) erfährt, dass er bald sterben wird. Und wird ein anderer Mensch. Ab Freitag im Kino: „Living“, das britische Remake eines japanischen Klassikers.

Im schottischen Folk-Song „Rowan Tree“ besingt das lyrische Ich bittersüß einen Vogelbeerbaum, der die einzige Konstante in seinem mutmaßlich langen Leben zu sein scheint. Mr. Williams (Bill Nighy) schmettert das Lied immer, wenn er bewegt ist: im Zuge einer durchzechten Nacht etwa, oder allein auf einer Spielplatzschaukel. Direkt nach Erhalt einer Todesdiagnose oder als Reaktion auf ein letztes Erfolgserlebnis.

Da „Living“, das britische Remake des japanischen Filmklassikers „Einmal wirklich leben“, in den frühen 1950er-Jahren spielt, hat der Londoner Gentleman Williams Krieg und Not miterlebt. Um ausgerechnet jetzt – in der Zeit des Wiederaufbaus – zu sterben. Sein Arzt gibt ihm nur noch sieben Monate. Die Früchte, die Williams als bemühter Beamter in einer Abteilung für die Vergabe öffentlicher Bauaufträge säte, wird er also nicht mehr ernten können. Mit allerletzter Kraft lässt er deshalb in Höchstgeschwindigkeit einen Spielplatz in einem Armenviertel errichten. Und avanciert dadurch für seine Mitarbeiter – die es gewohnt sind, zwischen Papierwolkenkratzern unbearbeitete Anträge hin und her zu schieben – zum Vorbild.

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