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Gastronomie

Habibi&Hawara: Aus für drei der fünf Lokale

Habibi & Hawara Siebensterngasse 1070 Wien
Die Filiaie in der Siebensterngasse im siebten Bezirk wird geschlossen.(c) imago images/Viennareport
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Das Sozialunternehmen ist insolvent. Standorte am Rochusmarkt und in der Wipplingerstraße sollen bleiben.

Wien. Es war eine Idee, die viele inspiriert hat: das orientalisch-österreichische Habibi & Hawara, ein Restaurant, in dem Geflüchtete einen Arbeitsplatz finden und Unternehmertum lernen sollten. Nun bekommt die Erfolgsgeschichte einen Dämpfer: Das Unternehmen ist insolvent, mindestens drei der fünf Lokale werden geschlossen.

Grund sei das Zusammentreffen von Corona, unerwartet starken Umsatzeinbrüchen im Herbst und Preissteigerungen im Einkauf, sagt der Investor Martin Rohla, der das Sozialunternehmen 2015 initiiert hat, im Gespräch mit der „Presse“. Rohla ist mit seiner Goodshares Beteiligungs GmbH Hauptgesellschafter des Sozialunternehmens. Weder zusätzliches Kapital seinerseits noch die Unterstützung der Stadt Wien im Rahmen des Projekts "Stolz auf Wien" hätten die Insolvenz verhindert. 

Mitarbeiter wurden gekündigt

Die Geschäftsführung muss nun die Standorte im Nordbahnviertel, in der Siebensterngasse und in der Seestadt schließen - sie sind schon nicht mehr aus den Weihnachtsferien zurückgekehrt. Erhalten bleiben soll das Lokal beim Rochusmarkt – von dem aus auch das Catering fortgeführt wird – und wenn möglich das Restaurant in der Wipplingerstraße, auch die Habibi&Hawara-Produkte im Handel soll es weiter geben. Der Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde laut Rohla am Donnerstag gekündigt.

„Es ist bitter, aber wir sind guter Dinge, dass es weitergeht“, sagt Rohla. "Ich werde mich weiter bemühen, mit allem was ich kann und habe." Er habe das für die Fortführung nötige Kapital überwiesen und bemühe sich um neue Co-Investoren. Wie die Zukunft konkret aussieht, wird in den kommenden Wochen klarer werden. Die Geschäftsführung beschäftige sich auch mit der Idee von kleineren Take Aways und sei zuversichtlich, „bald mit einem schlankeren Konzept wieder expandieren zu können“.

„Auf Impact stolz sein"

Rohla will den Rückschlag jedenfalls nicht als Indiz dafür werten, dass Sozialunternehmen wie das Habibi&Hawara keine Zukunft hätten. Die äußeren Umstände der letzten Jahre hätten es nicht leicht gemacht, den sozialen Auftrag zu erfüllen und dabei gleichzeitig auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein. "Damit darf aber nicht in Zweifel gestellt werden, dass unsere Welt nur dann ein guter Platz ist, wenn die vom Glück Begünstigten für die nicht so Begünstigten da sind."

Seit 2016 habe das Habibi&Hawara mehr als hundert Flüchtlingen einen Einstieg ins Arbeitsleben gegeben und Tausenden Österreichern positive Erfahrungen mit Geflüchteten ermöglicht. "Auf diesen Impact können wir stolz sein", so Rohla, der die bisherigen Gäste um Treue bittet: "Besucht das Lokal beim Rochusmarkt möglichst oft und denkt auch daran, von dort eure eventuellen Veranstaltungen becatern zu lassen."