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Mein Samstag

Die Superkleber

In meiner Kindheit gab es so zwei, drei Dinge, vor denen ich mich sehr gefürchtet habe. Zum einen war das der Nikolaus.

Einer überlieferten Geschichte zufolge soll ich als Kind den Apfel, den mir der Nikolaus am Grazer Hauptplatz schenken wollte, verweigert und mich lieber in der Nähe des kettenrasselnden Krampus aufgehalten haben. (Aber bitte überinterpretieren Sie das jetzt nicht.)

Große Sorge hatte ich – rückblickend erstaunlich harmlos im Vergleich zu den Klimawandelsorgen der heutigen jungen Generation – vor dem sauren Regen. Und dem Superkleber. Einige ältere Nachbarbuben haben den für irgendwelche Basteleien verwendet und uns jüngeren Kindern eingeredet, dass man die Finger nie wieder auseinanderbekommt, wenn man sie einmal versehentlich mit Superkleber zusammenpickt. Ja, man müsse dann sein ganzes Leben mit zusammengeklebten Fingern herumlaufen, das sei auch schon passiert. In meiner Vorstellung waren es stets der Daumen und der Zeigefinger, die irreversibel miteinander zwangsverklebt wurden, und unter den fiesen Superklebern war der Sekundenkleber der gemeinste: Eine Sekunde ein wenig ungeschickt danebengepatzt, und schon kleben die Finger auf ewig und drei Tage (um einmal diese seltsame Formulierung zu verwenden) zusammen.

Die Klimaaktivisten mit ihren Superkleber-Aktionen haben mir diesbezüglich die Augen geöffnet: Dass dieser mit Nagellackentferner mir nix, dir nix entfernt werden kann, hat mir damals leider niemand erzählt. Hätte ich das früher gewusst, hätte ich vielleicht für einige der durchaus herausfordernden Bastelarbeiten mit dem Kind (Stichwort: unsagbar mühsames Papier-Prinzessinnenschloss zum Falten und Kleben) doch Superkleber verwendet, den ich, glaube ich, unbewusst gemieden habe. Ich war immer Team „Flinke Flasche“, mit der man sich die Finger so viel verpicken kann wie man will, man kann die eingetrockneten Kleberreste dann problemlos runterkletzeln (wie wir das als Kinder formuliert haben). In diesem Sinne: Basteln Sie etwas Schönes! Und keine Angst vor den Superklebern!

E-Mails an: mirjam.marits@diepresse.com