Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Geldpolitik

Notenbanker halten Kurs

Fed-Vizechefin dämpft Rezessionssorgen. Die EZB-Chefin deutet weiterhin straffe Geldpolitik an.

Washington. Die Chancen für eine sanfte Landung der US-Wirtschaft würden steigen, sagte Lael Brainard, Stellvertreterin von Fed-Präsident Jerome Powell, am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Chicago Booth School of Business. Eine Rezession könne womöglich vermieden werden. Doch dürfte das Wachstum 2023 gedämpft ausfallen.

Brainard erwähnte dabei eine „beträchtliche Abschwächung des Industriesektors“ und einen verhaltenen Konsum. Auch wenn die Fed die von ihr bewirkten Fortschritte im Kampf gegen die Inflation zunächst analysieren müsse, werde sie „Kurs halten“.

Die Inflation habe sich zuletzt zwar abgeschwächt, bleibe aber noch hoch. Daher muss die Geldpolitik laut Brainard einige Zeit ausreichend straff ausgerichtet bleiben, damit das Ziel einer Inflationsrate von 2,0 Prozent nachhaltig erreicht werden kann. „Wir sondieren noch das hinreichend restriktive Niveau“, fügte sie hinzu. Die hinter der geldpolitischen Entscheidung im Dezember stehende Logik, zu kleineren Zinsschritten zu kommen, sei auch heute „sehr zutreffend“, sagte sie in einer Frage-Antwort-Runde.
Die Finanzmärkte rechnen angesichts der noch immer recht stabilen Konjunktur und der abebbenden Inflationswelle damit, dass die Fed den Leitzins Anfang Februar nur noch um einen viertel Prozentpunkt anheben wird. Der geldpolitische Schlüsselsatz liegt seit der Erhöhung um einen halben Prozentpunkt im Dezember in der Spanne bei 4,25 bis 4,50 Prozent.

Auch die US-Währungshüterin Susan Collins plädiert für eine Verlangsamung beim Zinserhöhungstempo. Nach der aggressiven Gangart im vorigen Jahr sei nun ein moderateres Vorgehen angemessen. Sie verortet den Zinsgipfel bei „knapp über“ der Fünf-Prozent-Marke. In der Folge müsse dieses Niveau einige Zeit gehalten werden, sagte die Chefin des Notenbankbezirks Boston.

Christine Lagarde, Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), bekräftigte am Freitag ihre Auffassung, dass die Währungshüter in ihrem Kampf gegen die Inflation nicht nachlassen dürfen, auch wenn der Preisanstieg seinen Höhepunkt erreicht zu haben scheint. Lagarde und einige ihrer EZB-Ratskollegen wehren sich gegen Bestrebungen, das Tempo der Zinserhöhungen nach der für Februar erwarteten Erhöhung um einen halben Prozentpunkt zu drosseln. (ag.)