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Farbsehen

Ist mein Blau auch Ihres?

Versammelte Vielfalt, deren Details auch an den Augen der Betrachter hängen.
Versammelte Vielfalt, deren Details auch an den Augen der Betrachter hängen.(c) Getty Images (Halfpoint Images)
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In Farbsehen spielt so vieles hinein – von der Physiologie über die Umwelt bis zur Sprache –, dass wohl jeder von uns eine eigene Wahrnehmung hat.

Blau, Purpur, Rosa und Karmesin erschienen mir weniger unterscheidbar, alle konnten sich nach meiner Vorstellung als Blau bezeichnen lassen. Ich habe oft ernsthaft Leute gefragt, ob eine Blume blau oder rosa wäre, doch wurde dies allgemein als Scherzfrage betrachtet.“ Aber es war kein Scherz, was John Dalton am 31. Oktober 1794 der Manchester Literary and Philosophical Society vortrug: Das Multitalent – das als Chemiker die Atomtheorie entwickelte – machte seine Farberfahrung in botanischen Studien an Geranien und versuchte sie mit seiner auch profunden Kenntnis der Physik, insbesondere der des Lichts, zu erklären: Der Glaskörper seiner Augen müsse blau eingefärbt sein und dadurch manche Wellenlängen des einfallenden Lichts absorbieren bzw. neutralisieren.

Zur Klärung verfügte er, dass nach seinem Tod seine Augen obduziert werden sollten; das übernahm sein Arzt Joseph Ransome, als Dalton 1844 78-jährig gestorben war: Er schnitt ein Auge auf und sah keine Verfärbung, außer der einer altersüblichen Gelbtrübung der Linse. Das andere Auge lagerte er ein.