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Krise

Ägypten im freien Fall

Vor einer Wechselstube in der Hauptstadt Kairo. Ägypten gehen die Dollar aus.
Vor einer Wechselstube in der Hauptstadt Kairo. Ägypten gehen die Dollar aus.(c) APA/AFP/KHALED DESOUKI
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Das bevölkerungsreichste arabische Land stürzt in eine tiefe wirtschaftliche und soziale Krise. Das könnte auch das Regime unter Druck bringen.

Hassan Ahmad (Name geändert) arbeitet als Lieferbote in Kairo. Er ist verzweifelt. Er und seine vierköpfige Familie gehören zu jenem Drittel der Bevölkerung, das nach offiziellen ägyptischen Zahlen mit weniger als einem Euro am Tag unter der Armutsgrenze lebt. Auf Facebook hat er ein Video gesehen von einem mehrfachen Vater, der sich den Balkon herunterstürzt, weil er seine Familie nicht mehr ernähren kann, erzählt er immer noch sichtlich schockiert. Bei vielen Familien gebe es nur noch eine Mahlzeit am Tag. Auf jeden Markt, auf den er geht, gebe es Streit wegen der Preise. Hassan ist kein Einzelfall. Seit zuletzt die ägyptische Währung um weitere 13 Prozent gegenüber dem Dollar abgewertet wurde, gibt es in Kairo nur ein Thema: die Preissteigerungen.

Die katastrophale wirtschaftliche Lage des Libanon hat es in den vergangenen Monaten immer wieder in die Schlagzeilen geschafft, manchmal auch die leeren Supermarktregale in Tunesien. Doch nun steht das bevölkerungsreichste arabische Land, Ägypten, mit seinen über 100 Millionen Einwohnern vor enormen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Ägyptens Währung hat seit März die Hälfte des Wertes verloren. Die Menschen kämpfen mit einer Inflationsrate von über 20 Prozent. Für das erste Quartal dieses Jahres haben manche Ökonomen sogar 25 Prozent prognostiziert.