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Hahnenkamm-Slalom

Kitzbüheler Stangenwald

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Manuel FellerKEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
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Die Vorzeichen könnten unterschiedlicher nicht sein: Manuel Feller und Johannes Strolz greifen am Sonntag ins Hahnenkamm-Geschehen ein.

Nicht nur in der Abfahrt, auch im Slalom spielen die Norweger die Hauptrolle. Von bisher fünf Saisonrennen haben Henrik Kristoffersen und Lucas Braathen jeweils zwei gewonnen, den Österreichern blieb vor dem traditionellen Hahnenkamm-Slalom in Kitzbüheler (10.30/13.30 Uhr, ORF eins) nur einen Nebenrolle.

Manuel Feller war als einziger ÖSV-Podestplatzfahrer zweimal Zweiter, seinen Matchplan für den Ganslernhang umschreibt er so: „Ich kann nicht am Start stehen und sagen, ich möchte das heute gewinnen. Sondern ich weiß, dass ich mit dem, was ich kann, gewinnen kann. So gehe ich in das Rennen.“ Ein Kitzbühel-Sieg sei in gewisser Hinsicht ein Karriereziel, bestätigte der 30-jährige Tiroler. „Aber das macht es umso schwieriger. Wenn man etwas unbedingt will.“ Übermotivation gelte es also zu vermeiden, Ziel sei, sich auf das Skifahren zu konzentrieren. „Wenn ich das, was ich momentan kann, auf den Schnee bringe, wird das ein Ergebnis, mit dem wir zufrieden sein können. Ich bin topfit. Der Fokus liegt immer auf dem nächsten Tor.“

Strolz' Rucksack. Dass Feller derzeit die Fahnen der ÖSV-Slalommannschaft hochhalten muss, liegt am katastrophalen Fehlstart von Johannes Strolz. Der Kombi-Olympiasieger und Silbermedaillengewinner im Slalom musste vier Ausfälle in Folge verkraften, ehe er zuletzt in Wengen mit Rang zwölf erstmals in diesem Winter anschrieb. Mit 3,34 Sekunden Rückstand allerdings.

„Ich bin froh, dass ich in Wengen zwei stabile Läufe und meine ersten Punkte gemacht habe“, sagt der Vorarlberger in Kitzbühel. Die Ausfallserie sei schon eine Herausforderung. „Ich will nicht den lässigen Hund spielen und sagen, das war alles kein Problem. Man überlegt dann schon, weil wenn man im Training gesehen hat, dass die Stabilität da war, aber im Wettkampf viele Ausfälle passieren. Man muss es dann selbst umsetzen, das ist die große Kunst.“

Eine besondere Herausforderung kommt hinzu, schließlich gilt es sich auch zu trauen, einmal nicht voll ans Limit zu gehen. Mit Blick auf Kitzbühel bedeutet das für den 30-Jährigen: „Wenn es von der Kurssetzung her nicht irgendwas Spezielles ist und die Piste sehr gut ist, denke ich, dass man mehr Risiko gehen kann. Aber ich denke, dass die Stabilität noch im Vordergrund steht, weil der Grundspeed recht gut ist.“

Der Schlüssel auf dem Weg zurück zur Form des Vorjahres ist die Leichtigkeit. Doch diese kommt nur durch den Wettkampf. Strolz möchte auf dem Ganslernhang ganz vorn mitfahren, backt wegen des Saisonstarts aber kleinere Brötchen. „Ich bringe nicht den größten Rucksack an Leichtigkeit mit. Ich werde aber alles reinhauen, was ich habe, und versuchen, die Balance zu finden.“

Klassiker-Reigen. Auf Marco Schwarz wartet am Sonntag sein erklärter Lieblingshang. Nach dem bravourösen sechten Rang bei seinem Abfahrtsdebüt im Weltcup in Wengen und dem siebenten Slalom-Platz ebendort bei schwierigen Verhältnissen benötigte der Kärntner „zwei Tage zum Runterkommen“, ehe er die Vorbereitung auf Kitzbühel wieder aufnahm. Viel Training sei ob des dichten Jänner-Programms ohnehin nicht möglich. „Wenn, dann versuche ich, es kurz und knackig zu halten, und dass ich die Fahrten, die ich mache, konzentriert mache und nicht unnötig viel Energie verbrauche.“

Sein bisher letztes Weltcuppodest fuhr Schwarz am 30. Jänner 2021 als Dritter im Chamonix-Slalom ein, den letzten Sieg feierte er ein paar Tage davor beim Nightrace in Schladming. Die Planai wartet dann bereits am Dienstag auf die Slalom-Asse.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2023)