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Der Vulkan Cayambe in den Anden Ecuadors ist der einzige mit Schnee bedeckte Berggipfel am Äquator.
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Vermessung des Äquators

Zwölf Abenteurer und die wahre Gestalt der Erde

Dreiecke: eine prosaische Sache. Doch will man die Form der Erde erkunden, sind sie spannende Instrumente. 1735 machte sich eine Expedition auf, um im Dschungel der Anden den Äquator zu vermessen. Es wurde ein Abenteuer auf Leben und Tod.

Einer der wichtigen Männer vor Beginn einer Expeditionsreise war der Experte für die Gewichtsverteilung in Schiffen. Wenn wie im Fall der Portefaix, eines alternden französischen Kriegsschiffs, 250 Passagiere, 44 Kanonen, Hunderte Fässer mit Getreide und eine unvorstellbare Menge an Gepäck mitgenommen wurden, drohten nicht nur klaustrophobische Zustände, das Unternehmen war auch wegen des Übergewichts gefährdet. So wurde wieder ausgeladen, am 12. Mai 1735 begann dann die Reise von der französischen Atlantikküste nach Südamerika. An Bord waren einige der bedeutendsten Gelehrten Frankreichs. Auf ihnen lastete das Gewicht hoher Erwartungen. Sie mussten Ergebnisse heimbringen.

Es ging darum, eine der großen Fragen jener Zeit zu beantworten: Welche Form hatte die Erde wirklich? Eine perfekte Kugel war sie nicht, das wusste man. Wie stark war sie wirklich an den Polen abgeplattet und war sie am Äquator ausgebeult? Manche, darunter Newton, glaubten an die Form einer Orange, andere, wie Descartes, an die eines Eis. Das war alles andere als ein Thema nur für Wissenschaftler, es ging schließlich um die Genauigkeit von Land- und Seekarten und damit um eine weniger gefährliche Navigation auf hoher See. Geodäten waren wesentlich für die Großmachtpolitik, und sie konnten Leben retten.