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Queensland: Jahrhundertflut trifft Hauptstadt Brisbane

(c) REUTERS (DANIEL MUNOZ)
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Sturzfluten im Umkreis der Zwei-Millionen-Stadt forderten zwei Todesopfer. Höhepunkt des Hochwassers in Brisbane wird für Dienstag erwartet. Umweltschützer warnen vor Schäden im Meer durch schmutziges Wasser.

Brisbane/Ag. Die extremen Überflutungen in großen Teilen des nordostaustralischen Bundesstaates Queensland erreichen nun auch dessen Hauptstadt Brisbane: Die Behörden begannen am Wochenende mit der Ausgabe von Sandsäcken an Bewohner besonders gefährdeter Teile der Zwei-Millionen-Stadt im Südosten Queenslands nahe der Grenze zu New South Wales. Die Fluten dürften die Stadt heute, Dienstag, und am Mittwoch erreichen.

An Autofahrer in der Region um die 1824 als englische Strafkolonie gegründete Stadt am Korallenmeer wird appelliert, ihre Fahrzeuge stehen zu lassen. Im Zuge der weiträumigen Hochwasser, die Queensland seit etwa drei Wochen heimsuchen, strandeten nämlich schon tausende Autofahrer aufgrund überschwemmter Straßen oft mitten in unbesiedelten Landstrichen. Infolge tropischer Regenfälle steht bisher ein Gebiet von der Größe Deutschlands und Frankreichs unter Wasser; Queensland ist mit einer Fläche von 1,73 Millionen Quadratkilometern 20-mal größer als Österreich, hat aber nur viereinhalb Millionen Einwohner, vor allem entlang der Küste.

Die Überschwemmungen in dem Staat, der häufig unter Trockenheit leidet, sind die stärksten seit mindestens fünf Jahrzehnten, bisher kamen dadurch zehn Menschen um; zuletzt starben am Montag zwei Menschen in der 95.000-Einwohner-Stadt Toowoomba rund 100 Kilometer westlich von Brisbane, als sich eine stellenweise zwei Meter hohe Sturzflut durch den Ort wälzte. Die Flut hat auch große wirtschaftliche Folgen, weil Förderung und Transport der wichtigen Exportgüter Kohle und Erz ruhen und wesentliche Teile der Ernte an Zuckerrohr und Getreide zerstört sind.

 

Gifte bedrohen Great Barrier Reef

Umweltschützer warnten am Montag vor Schäden für das berühmte Great Barrier Reef vor der Küste des Bundesstaates. Die Hochwasser spülten nämlich große Mengen von giftigen Substanzen, Benzin, Öl und Düngemitteln ins Meer, auch Seekühe und Schildkröten seien in Gefahr.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.01.2011)