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Interview

"Das einzige Brecht-Stück, das man Komödie nennen darf"

„Ich bin total schamlos, denn ich beklaue mich ja nur selbst“: Philip Tiedemann hat „Die Kleinbürgerhochzeit“ schon 2000 in Berlin herausgebracht, nun hat er das Stück für die Josefstadt neu inszeniert. Am 26. Jänner ist Premiere.(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)
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„Rotzfrech, verspielt“, sagt Philip Tiedemann über Brechts „Die Kleinbürgerhochzeit“. Und: „Letztlich zerbricht darin alles.“ Am Donnerstag hat seine Inszenierung Premiere in den Kammerspielen der Josefstadt.

Was macht für Sie den Reiz an dem wenig bekannten Brecht-Einakter „Die Kleinbürgerhochzeit“ aus?

Es ist das einzige Brecht-Stück, das man Komödie nennen darf. Es ist seiner Verehrung für Karl Valentin geschuldet. Brecht steht für viele für zeigefingerhafte Lehrstücke, hier sehen wir einen ganz anderen Brecht, den rotzfrechen, verspielten. Was viele als den berühmten schönsten Tag bezeichnen, gerät darin komplett aus dem Ruder, vieles geht kaputt. Fast nimmt Brecht hier das absurde Theater vorweg.