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Wien

Zweierlinie: Grüne Pläne für neue "Prachtstraße"

Derzeit ist die Landesgerichtsstraße eine riesige Baustelle. Die perfekte Gelegenheit für eine Umgestaltung, finden die Wiener Grünen.Die Presse/Clemens Fabry
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Die Wiener Grünen fordern die großflächige Umgestaltung der Zweierlinie, die derzeit wegen des U-Bahn-Baus teilweise gesperrt ist. Die SPÖ mahnt Geduld ein.

Nur zwei Autospuren, dafür breite Rad- und Gehwege, Platz für Schanigärten und mehr Bäume als in der gesamten Josefstadt: So stellen sich die Wiener Grünen die Zukunft der sogenannten Zweierlinie vor. Am Dienstag forderten sie die Umgestaltung der großen, parallel zum Ring verlaufenden Verkehrsader zwischen Alserstraße und Karlsplatz in eine klimafreundliche „Prachtstraße“. Durch den U-Bahnbau und die derzeitige großflächige Sperre der Straße ergebe sich eine „Jahrhundertchance“, wie die Grüne Chefduo Spitzenduo Peter Kraus und Judith Pühringer betonten.

Die bei dem Stadtplanungsbüro „Bauchplan" beauftragten Umgestaltungspläne der Grünen beinhalten vor allem eine deutliche Reduktion der Fahrspuren. Derzeit gebe es trotz Teilsperre etwa der Landesgerichtsstraße und die damit einhergehenden Umleitungen keine zusätzliche Verkehrsbelastung, wurde betont. Zwei Autospuren, also jeweils eine pro Richtung, würden reichen, so die Grünen - die sich diese Prognose auch von dem TU-Verkehrswissenschafter Harald Frey bestätigen ließen. 

„Derzeit gehören 54 Prozent der Fläche der Zweierlinie den Autos“, rechnete Verkehrssprecher Kilian Stark vor. Ziel sei eine Reduktion dieser Fläche auf 19 Prozent, was wiederum mehr Platz für Grünraum und Aufenthaltsflächen schaffe.

Pläne der Grünen für die Zweierlinie (Höhe Universitätsstraße).Bauchplan

Der Plan sieht 358 neue, große Bäume auf der Zweierlinie vor, was vor allem von Josefstadt-Bezirksvorsteher Martin Fabisch (Grüne) begrüßt wurde, schließlich gehöre sein Bezirk zu Wiens Gebieten mit dem geringsten Grünanteil. Eine großflächige Begrünung führe nicht zwangsläufig zu einem Konflikt mit der U-Bahn und anderen Leitungen unter der Erde, sagte Landschaftsplanerin Gisa Ruland, Co-Autorin der präsentierten Pläne: „Technisch ist das alles lösbar.“ 

SPÖ: Gestaltung ab 2027

Ob die Pläne politisch durchsetzbar sind, ist allerdings höchst fraglich. Man wolle lediglich der rot-pinken Stadtregierung „zeigen, was möglich ist“, hieß es von den Grünen. Jene zeigte sich aber eher skeptisch denn angetan: Die Grünen, einst selbst für die Stadtplanung zuständig, seien „wahre Weltmeister“ im Erstellen schöner Bilder gewesen, bei der Umsetzung habe es indes gemangelt, sagte Erich Valentin, SPÖ-Gemeinderat und Vorsitzender im Stadtplanungs-Ausschuss im Rathaus.

Die Stadt werde auch die Zweierlinie nach dem U-Bahn-Bau „komplett neu gestalten": „Wir haben hohe Standards für die klimafitte Gestaltung des öffentlichen Raums setzen auf Begrünung und natürlich werden wir einen zeitgemäßen Radweg errichten“, so Valentin. Damit sei frühestens 2027, nach dem Abschluss der U-Bahn-Bauarbeiten, zu rechnen, dann werde es „zeitgerecht“ auch Detailplanungen geben.

Zweierlinie

Die Zweierlinie - benannt nach der dort einst entlangführenden Straßenbahn - ist einer der bekanntesten Straßenzüge Wiens. Die Bezeichnung wird vor allem für die Verbindung vom Karlsplatz zur Universitätsstraße verwendet.

 

 

 

 

(twi)