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Nintendo

Ein Fisch, der Kreditkartenbetrug begeht

Symbolbild.(c) IMAGO/Design Pics (IMAGO)
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So hatte sich das Nintendo nicht vorgestellt, als man die Konsole Switch so intuitiv wie möglich konzipierte. Denn immerhin ist auch ein Fisch in der Lage, im eShop einzukaufen.

Als Fisch in einem Aquarium kann einem schon recht langweilig werden. In Japan hat sich dieser kleine Wasserbewohner die Zeit recht kurios vertrieben: er ging im Online-Store von Nintendo shoppen. Ganz unschuldig war sein Besitzer aber nicht daran, der daraufhin den Kreditkartenbetrug tatsächlich bei Nintendo meldete.

Der Reihe nach: Auf Youtube finden sich so manch kuriose Channels, mit denen versucht wird, Geld zu verdienen oder viel Aufmerksamkeit zu generieren. Der Youtuber "Mutekimaru Channel" hat sich auf ein sehr spezielles Feld fokussiert, in dem er kaum Konkurrenz hat: Er lässt seinen Fisch bekannte Nintendo-Spiele spielen. Bereits 2020 brachte er sein Haustier dazu, "Pokémon Sapphire" durchzuspielen. Gut, ohne Hände, opponierbarem Daumen oder sonstige Extremitäten dauert das schon ein bisschen länger als bei den menschlichen Spieler-Kollegen. Statt den durchschnittlichen 30 Stunden benötigte er fast 3200 Stunden - umgerechnet 134 Tage, also mehr als vier Monate. Aber was soll ein Fisch sonst den ganzen Tag in seinem Aquarium machen? Viel spannender als das ist aber die Frage, warum sich das zig Tausende Menschen tatsächlich anschauen?

Wie spielt ein Fisch mit einer Nintendo Switch? Nun, dafür hat sich der Japaner eine clevere Methode ausgedacht, die wohl die meiste Faszination auslöst: Mit Hilfe einer Webcam schwimmt der Fisch vor einem Steuerpult. Die Bewegungen werden aufgezeichnet und in Bewegungen im Spiel übertragen.

Doch die aktuelle Aufgabe, nämlich Pokémon Karmesin und Purpur durchzuspielen, ist gescheitert. Nicht, weil dem Fisch die Lust verging, sondern das Spiel nach wie vor mit Performance-Problemen zu kämpfen hat und es regelmäßig abstürzt. Das war dem Steuerpult aber herzlich egal und es zeichnete weiterhin die Bewegungen auf, wodurch sich der Fisch unnachgiebig in den Nintendo-Shop navigierte. Er akzeptierte dabei erfolgreich die Nutzungsbedingungen. Kurz schien die Vernunft gesiegt zu haben und er schloss den Store wieder, um ihn dann später doch wieder aufzumachen, zu den Kreditkarteninformationen gelang und mit diesen dann fröhlich zu shoppen begann. 500 Yen, umgerechnet knapp 3,50 Euro gab er daraufhin im eShop aus.

Damit hätte hier an dieser Stelle die Geschichte zu Ende sein können, aber tatsächlich hat der Youtuber bei Nintendo eine Rückerstattung wegen Kreditkartenbetrugs eingereicht - und bekam tatsächlich das Geld zurückerstattet.

Mutekimaru hat übrigens das Spiel wieder neu gestartet und der Fisch darf wieder versuchen, Karmesin und Purpur durchzuspielen. Sie haben aber sicher noch ein paar Monate Zeit, ihm dabei live zuzuschauen.

(bagre)