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Asien

Japan wagt das Tabu der Lohnsteigerung

Erstmals seit Langem könnten steigende Reallöhne die Kaufkraft ankurbeln.SOPA Images/LightRocket via Getty Images
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Inmitten historisch hoher Inflation sollen in Japan erstmals seit Jahren auch die Löhne wieder nennenswert steigen. Davon dürften aber eher Angestellte bei Großbetrieben profitieren. Kleinen Firmen macht die Demografie zu schaffen.

Tokio. Die Worte, die Masakazu Tokura am Montag wählte, klangen fast schon historisch: „Wir fordern unsere Mitglieder dazu auf, den Trend zu steigenden Löhnen, den wir sehen, als Teil ihrer sozialen Verantwortung zu betrachten. Wir erwarten von ihnen, dass sie dabei besonders auf die Preisentwicklungen achten.“ Wohlgemerkt: Masakazu Tokura ist nicht etwa ein Gewerkschaftsführer, sondern Vorsitzender von Keidanren, dem führenden Industrieverband Japans. Und da gelobt man nun, die Löhne anzuheben.

In Japan, der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft, ist so ein Schritt schon lange erwartet worden. Vergangene Woche zeigten offizielle Zahlen eine Inflationsrate von vier Prozent – das ist zwar noch gering im Vergleich zu den jüngsten Werten aus den USA oder der EU, markierte in Japan aber den höchsten Wert der letzten 41 Jahre und das Doppelte des von der Zentralbank angestrebten Werts von zwei Prozent. So fällt in Japan, wie anderswo, bis auf Weiteres das Reallohnniveau.

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