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Klima-Protest

Letzte Generation sammelte 37.000 Euro an Spenden

KLIMA-BLOCKADE - 'LETZTE GENERATION' STOPPTE VERKEHR AM WIENER GUeRTEL
Im Jänner sorgte die "Letzte Generation" für erhitzte Gemüter.APA/TOBIAS STEINMAURER
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Ab 13. Februar planen die Klima-Aktivisten der Letzten Generation eine weitere Aktionswelle, länger und größer als die bisherigen. Und sie berichten von starkem Zulauf und (monetärem) Zuspruch.

„Noch mehr stören und noch länger stören als bisher“ - so lautet das Motto der Gruppe „Letzten Generation“ für ihre nächste Aktionswelle. Die Gruppe von Klima-Aktivisten plant erneut eine Serie an Klebe-Aktionen auf Wiens Straßen. Diese soll am 13. Februar starten und mindestens zwei Wochen dauern, verkündeten Mitbegründerin Martha Krumpeck und Sprecher Florian Wagner am Mittwoch.

Seit der Serie an Straßenblockaden im Jänner hatte die Gruppe offenbar Zulauf, etwa 300 Menschen haben sich bei der Letzten Generation gemeldet. 60 bis 70 davon bekundeten auch ein Interesse daran, an den umstrittenen Klebe-Aktionen mitzumachen, was einen „deutlich längeren und intensiveren“ Protest ermögliche, sagte Krumpeck. Bevor sie auf die Straße geschickt würden, müsse jede Person zuerst ein Aktionstraining absolvieren, wo der Umgang mit etwaigen aggressiven Autofahrern, Selbstschutz bei Attacken oder richtiges Verhalten beim Kontakt mit der Polizei geübt wird.

Blockade beim Naschmarkt

Für Februar wurde der Ort der ersten Aktion bereits angekündigt: So will man die Straßenkreuzung von Naschmarkt und Getreidemarkt am Montag nach den Wiener Semesterferien ins Visier nehmen. Auch die anderen Aktionen werden hauptsächlich in Wien stattfinden, wobei die genauen Orte wohl meist geheim bleiben werden. Vor allem Straßenblockaden, aber auch andere Protestformen würden in Erwägung gezogen.

Schließlich habe auch das Beschütten des Klimt-Gemäldes im Leopold-Museum „die Mauer des Schweigens über die Klimakatastrophe erfolgreich durchbrochen“, so Krumpeck, die gleich im nächsten Satz versicherte: „Wir wollen nichts kaputt machen, und dass alles so sicher wie möglich abläuft.“ So bemühe man sich auch, Blockaden so zu planen, dass etwaige Rettungsfahrzeuge diese über Radwege oder Straßenbahnschienen umfahren können. 

Spenden öffentlich

Neben dem starken Zulauf haben die Aktivisten auch monetären Zuspruch bekommen: Genau 36.869,93 Euro von 418 Spendern sind bis Mittwoch Mittag auf der öffentlich einsehbaren Spendendatenbank  aufgelistet worden. Der höchste Betrag beläuft sich auf 2000 Euro. Die Spenden kämen alle aus Österreich, versicherte Krumpeck. Von internationalen Initiativen, etwa dem Climate Emergency Fund der Öl-Erbin Aileen Getty, der Partnerorganisationen in Deutschland oder Großbritannien unterstützt, habe man „keinen Cent“ erhalten. 

Die Ausgaben - auch diese sind aufgelistet - wurde bisher für Equipment wie Warnwesten oder Kameras, Flyer oder Saalmieten für Veranstaltungen aufgewendet. Bezahlte Strafen finden sich nicht darunter. Das liegt wohl daran, dass die Letzte Generation bei Verwaltungsstrafen für gewöhnlich Beschwerde einlegt - oder - wie Martha Krumpeck im Oktober - Ersatzfreiheitsstrafen in Haft absitzt.

Zukünftig will die Letzte Generation von den Spenden geringfügige Gehälter für administrative Tätigkeiten auszahlen. Die Aktivisten selbst werden nicht bezahlt: „Geld zum auf die Straßen kleben gibt es nicht."

(twi)