Maskenpflicht in Hamburg aufgehoben
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Mitreden: Die Corona-Regeln fallen, aber was können wir für die Zukunft mitnehmen?

Welche Lehren sollte Österreich aus der Corona-Krise ziehen? Ist das Bewusstsein für Infektionskrankheiten gestiegen? Brauchen wir eine Kultur des Maskentragens? Diskutieren Sie mit!

Nun ist es also vorbei mit allen Corona-Maßnahmen. Die Maskenpflicht in  Spitälern und Pflegeheimen soll mit 30. April enden, ebenso wie die Risikogruppenfreistellung. Sämtliche Corona-Krisenstäbe und Gremien sollen aufgelöst werden. Und mit 30. Juni soll Sars-CoV-2 dann keine meldepflichtige Krankheit mehr sein.  Für Infizierte gelten dann auch keine Verkehrsbeschränkungen mehr.  Mehr Details zum Ende der Corona-Maßnahmen lesen Sie hier.

Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) meinte, nun sei es wichtig, die richtigen Lehren aus der Pandemie zu ziehen. Aber welche sollen das sein?

Da gebe es einerseits die Diskussion um die „Kultur des Maskentragens“, über die Umweltmediziner Hans-Peter Hutter in einem ausführlichen „Presse"-Interview spricht.

„Es gibt keinen anderen öffentlichen Innenraum, in dem täglich wildfremde Personen so dicht beieinander sind wie in einer U-Bahn, Straßenbahn oder einem Bus. Die FFP2-Maske ist ein wirksames, effizientes, solidarisches, einfaches und zumutbares Mittel, das nicht nur vor Ansteckungen mit dem Coronavirus schützt, sondern auch vor anderen unangenehmen und problematischen Krankheitserregern“ so Hutter. Die Maßnahme bleibe weiterhin sinnvoll.

»„Was, wenn eine neue Variante auftaucht, die gefährlicher ist als die bisherigen?"«

Hans-Peter Hutter

Hutter fragt sich auch: „Was bedeutet eigentlich Normalität? Dass wir zu einer Unbekümmertheit und Ignoranz gegenüber Infektionskrankheiten zurückkehren – in der Hoffnung, dass wir ohnehin rasch, angemessen und kostenlos auf höchstem Niveau behandelt werden, wenn wir erkranken? Sollten wir uns nicht lieber Gedanken darüber machen, warum wir uns all die Jahre viel zu nachlässig gegen Infektionen geschützt haben, Stichwort Händewaschen, und die Impfquote bei der Grippeimpfung unter zehn Prozent lag?“ Worauf er hinauswill: „Was, wenn eine neue Variante auftaucht, die gefährlicher ist als die bisherigen?"

Köksal Baltaci schreibt dazu in einem Leitartikel: Auch endemisch bzw. epidemisch auftretende Infektionswellen können „das personell knapp besetzte und ineffizient strukturierte Gesundheitssystem Österreichs" vor große Herausforderungen stellen. Das sehe man jetzt an den überlasteten Ordinationen und den Lieferengpässen bei häufig verabreichten Arzneimitteln.

Aber wie darauf reagieren? Ansätze gibt es viele. Baltaci kritisiert etwa an anderer Stelle: „Angeschlagen“ zu arbeiten werde in Österreich auch nach drei Jahren Pandemie als Tugend betrachtet – dabei gehöre es zu den wichtigsten Lehren aus der Pandemie, diese Norm zu begraben. „Dennoch sitzen hustende, niesende und fiebernde Menschen ohne Maske in U-Bahnen, Bussen, Büros, Cafés, Bars, Restaurants, Theater- und Konzertsälen. Ohne das geringste Bewusstsein dafür, wie viele Menschen sie mit diesem Verhalten anstecken könnten."

Man sollte wohl auch auf Peter Klimek, Komplexitätsforscher von der Medizinischen Universität, hören, der im „Presse"-Interview erklärte: Mit Gewissheit lasse sich sagen, „dass nach der Pandemie vor der Pandemie ist. Irgendwann wird es die nächste geben, das ist ein Faktum. Umso wichtiger sind langfristige Lerneffekte."

(sk)

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