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Kärnten-Wahl: Der neue Umgang mit den Slowenen

Kaernten - Ortstafel Kundgebung - Joerg Haider
Kaernten - Ortstafel Kundgebung - Joerg HaiderGERT EGGENBERGER / APA / picture
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Die FPÖ warnt im Wahlkampf vor „Slowenisierung“ und sorgt damit für allgemeine Empörung.

Die Freiheitliche Jugend hat es geschafft, ein Thema in den Kärntner Wahlkampf einzubringen, das bislang weitgehend ausgespart blieb: Mit dem Posting „SPÖ abwählen, Slowenisierung Kärntens stoppen“ hat die Jugendorganisation versucht, latente Ressentiments gegen Kärntner Slowenen in der Wahlauseinandersetzung zu nutzen.

Der Ansatz ist nicht neu. Die FPÖ, teilweise auch die ÖVP, haben in den vergangenen Jahrzehnten durchgehend vor einer angeblichen Slowenisierung des Landes gewarnt, während in Wahrheit die slowenische Volksgruppe beständig schrumpfte. Neu ist, dass derartige Aussagen entschiedenen Widerstand hervorrufen. Nicht nur Vertreter der Kärntner Slowenen sprachen von Hetze und reagierten mit Anzeigen, auch Politiker der anderen Parteien antworteten mit heftiger Kritik. Selbst in der FPÖ selbst stieß die Parteijugend auf Widerstand. Der frühere Landeshauptmann Gerhard Dörfler sagte, „das ist kein Ausrutscher. So ein Gedankengut hat in einer Partei nichts verloren, weder bei den Jungen noch bei den Alten.“ Selbst der „Kärntner Heimatdienst“, geführt vom FPÖ-Urgestein Andreas Mölzer, bezeichnete die Aussagen als „befremdlich“. Historisch bedingte Ängste vor einer Slowenisierung seien längst obsolet.

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