Um uns wieder einmal mitten in die Untiefen der Pädagogik – oder dessen, was wir dafür halten – zu begeben.
Ein gescheiter Mensch, der sich noch dazu mit diesen Dingen auskennen muss, hat neulich zu mir gesagt, man könne das mit dem Reden bei den Kindern vergessen. Er hat natürlich nicht gemeint, man solle mit den Nachkommen nicht sprechen (im Gegenteil), sondern ihnen nicht in erzieherischer Absicht das eine sagen, aber das andere selbst vorleben. Wer ständig auf dem Sofa klebt, dessen Frischluftappelle werden wenig Wirkung zeigen, wer nie ein Buch in die Hand nimmt, hat mit dem Lesen-wichtig-Reden keinen Auftrag, und wer wie ich mit seinem Handy in Symbiose lebt, stößt mit seinen Offline-Mahnungen bei den Kindern zu Recht auf taube Ohren. In der Theorie also sonnenklar, nur wie reagieren, wenn der Mittlere plötzlich nur mehr mit einem sehr kurzen englischen Wort flucht (es ist jenes, das Gwyneth Paltrow jüngst für eine US-Fernsehserie mithilfe der Hitabwandlung „Forget you“ umsingen musste)? Ich selbst führe, wenn ich mich ärgere (und das ist so selten nicht), ein kurzes deutsches Wort im Munde, das ich gerne auf dem A raunzig lang ziehe. Und halte darüber hinaus das Schimpfen ganz allgemein für eine sehr gute Variante, um kurzfristig die Seele ins Gleichgewicht zu bringen und auf lange Sicht einem Magengeschwür zu entkommen. Darum versuche ich mit dem Buben Schimpfvarianten zu erarbeiten, die einem Volksschüler besser zu Gesicht stehen. Wir deklinieren zusammen das Gänseblümchenfluchen durch: Mist, zu dumm, Herrjemine etc. Schnell wird klar, dass ein adäquater Ersatz für das kurze Englische nicht so leicht zu finden sein wird. Letztlich einigen wir uns (nicht ganz ernst) auf „bedauerlich“. Was in der Variante „What the bedauerlich“ erstaunlich viel Kraft entwickelt.