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Razzia: "Miethai" pferchte 42 Personen in Bruchbude

Mietwucher Wien Personen Quadratmeter
Polizisten bei der Razzia in Wien-Favoriten(c) PID / Kaizar
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In einem alten Hotel in Wien-Favoriten mussten teilweise 15 Personen zu überhöhten Preisen auf 40 Quadratmeter hausen. Die Behörden haben den Vermieter mit 42 Anzeigen eingedeckt.

Einen besonders dreisten Fall von Mietwucher haben die Behörden bei einer Razzia am Donnerstagabend in einem Haus in der Sonnwendgasse in Wien-Favoriten aufgedeckt: Auf engstem Raum wurden in einem desolaten ehemaligen Hotel 42 Menschen zu überteuerten Preisen einquartiert. Teilweise mussten 15 Menschen auf 40 Quadratmeter hausen, teilte die Stadt Wien in einer Aussendung mit.

Der Vermieter, ein gebürtiger Ägypter, hat das fünfstöckige Gebäude gekauft, das eigentlich vor einer Sanierung steht. Davor hat er die leerstehenden Zimmer zu horrenden Preisen schwarz vermietet: 400 Euro für 15 Quadratmeter, 600 Euro für 40 Quadratmeter oder 350 Euro für zehn Quadratmeter. In einer 40 Quadratmeter großen Wohnung hausten zehn Erwachsene, vier Kinder und ein Baby. Keiner der Bewohner hatte einen Mietvertrag, angemeldet waren sie ebenso wenig. Der Magistrat stellte 42 Anzeigen gegen den Vermieter nach dem Meldegesetz aus. Die Finanzpolizei erstattete zwei Anzeigen auf Grund von Schwarzarbeit nach dem Ausländerbeschäftigungsgesetz.

(c) PID / Kaizar

Die Polizei überprüfte sämtliche Bewohner des Hauses und nahm auf Grund fehlender Aufenthaltsgenehmigungen und eines Haftbefehls vier Personen fest. In einer Wohnung entdeckte ein Polizeihund Suchtmittel.

Die Mieter müssen jetzt Meldezettel beantragen, auch Mietverträge dürften schon bald fällig sein. "Es gibt leider kein Gesetz, dass dem Herrn verbietet, viele Leute in kleinen Räumen unterzubringen", sagte ein Rathaus-Sprecher. Soll heißen: Wer in seiner Wohnung bleiben möchte, muss wohl oder übel weiterzahlen. Nur eine Anzeigenflut bzw. potenzielle Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung könnten den "Miethai" stoppen.

(APA/Red.)