Alkoholfreies hausgemacht

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Damit es leichter fällt, die guten Vorsätze für 2011 einzuhalten: alkoholfreie Getränke aus österreichischer Produktion. Trendfaktor: hoch.

Schön langsam werden es mehr: junge Leute, die ohne einen Konzern im Rücken – oft von einer Reise und dem Kontakt mit exotischen Heilpflanzen inspiriert –in Eigenregie an alkoholfreien Getränken tüfteln und diese auch tatsächlich auf den Markt bringen. „Makava“ etwa, ein Mateteegetränk, wurde von ein paar jungen Diplomingenieuren ersonnen, nachdem einer aus dem Trio in Argentinien auf die stimmungsaufhellende Wirkung des Matetees gestoßen war. Die Flaschen sind seit 2007 im Handel, die Idee feierte 2010 aber schon ihren zehnten Geburtstag. Die Zutaten, eben Matetee, dazu Rooibostee und weißer Tee aus dem Himalaya-Gebiet, stammen aus biologischem Anbau und sind mit dem Fair-Trade-Gütesiegel ausgezeichnet, die Firmenautos fahren mit Bioethanol.


Nur das Beste.
Ähnlich stimmig ist das Gesamtkonzept von „all i need“. Die beiden Köpfe hinter dem Label, Alexander Jiresch und Thomas Miksits, erarbeiteten zuvor die Geschäftsidee eines Automaten mit Biogetränken für Schulen, bevor sie sich ganz ihrem Grünteegetränk widmeten, das seit Herbst 2010 erhältlich ist – in Biosupermärkten und Szenelokalen wie dem Ramien in Wien oder dem Deli am Naschmarkt. Alexander Jiresch, ursprünglich Entwickler bei einer Sojafirma, hatte durch zahlreiche Reisen viele Zutaten im Kopf, „und in der Teeküche haben wir dann experimentiert“, erzählt Thomas Miksits, der die Marke seit Kurzem im Hauptberuf managt. Hauptbestandteil von „all i need“ ist grüner Tee, genauer gesagt ein relativer milder, nicht allzu astringierender Sencha. „Eine große Schwierigkeit war es, einen Abfüller zu finden, der Tee wirklich gut aufbrühen kann, also mit der richtigen Temperatur, der richtigen Ziehzeit, und das auch in größerem Stil.“ Weitere Inhaltsstoffe sind etwa Ingwer, als wärmender Ausgleich zum kühlenden Tee, Jasminblüten für einen runderen Geschmack und die vitaminreichen Aroniabeeren. Zucker wird nicht zugesetzt, nur Agavendicksaft. „Deshalb müssen wir den Drink auch in Dosen füllen“, sagt Miksits, „wir haben eine Studie durchführen lassen, die belegt, dass sich die Biosäfte verändern, sobald Licht dazukommt.“ Und man sei nun einmal überzeugt davon, dass der Konsument nur das Beste zu sich nehmen sollte. Viele Gastronomen scheinen aber ein Problem mit der Verpackungsart Dose zu haben, weshalb die beiden für „all i need“ auch schon eine dunkle Glasflasche ersinnen, „dann halt mit geringerer Haltbarkeit“.


Schamaneninspiriert. Auch Julian Rauchdobler kam die Idee für sein Anti-Kater-Getränk „kaahée“, mit dem er heuer groß durchstarten möchte, auf einer Reise: „Ich bin in Peru in einer sehr abgelegenen Gegend auf einen Schamanen getroffen. Bei einem Ritual hat mir der Schamane dann zahlreiche Heilmittel vorgestellt, unter anderem eine spezielle Pflanze, die gegen Katerbeschwerden hilft, die Kaahee.“ Eine gewisse Skepsis gegenüber zu viel Esoterik sei freilich dagewesen, dennoch sei er vor einem Selbstversuch nicht zurückgeschreckt. „Gemeinsam mit Freunden habe ich die Pflanze nach einer langen Partynacht in Lima getestet. Und trotz intensiven lateinamerikanischen Nachtlebens ging es uns am nächsten Tag blendend.“ Somit war die Geschäfts-idee für „kaahée“ geboren. Zurück in Europa, wurde mit der Produktentwicklung und dem Markenaufbau begonnen.  „Kaahée“ soll, wenn es nach Rauchdobler geht, der Drink schlechthin nach durchzechten Nächten werden. Man muss natürlich nicht unbedingt lateinamerikanisch feiern . . .

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