Chemie

BASF streicht Jobs und schließt Werke

Der Chemiekonzern BASF leidet unter den hohen Rohstoffkosten.
Der Chemiekonzern BASF leidet unter den hohen Rohstoffkosten.IMAGO/U. J. Alexander
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Der Ausblick für 2023 ist trüb, ein Aktienrückkaufprogramm wird vorzeitig beendet, die Aktie fällt.

Ludwigshafen. Nach einem deutlichen Ergebnisrückgang im vergangenen Jahr und den hohen Belastungen durch die Energiekrise streicht BASF weltweit 2600 Stellen. Zwei Drittel davon entfallen auf Deutschland. Der Abbau trifft auch das Stammwerk Ludwigshafen. Dort sind 700 Stellen in der Produktion betroffen. Wegen hoher Gaspreise schließt BASF zudem mehrere Chemieanlagen, darunter eine für Ammoniak und das Kunststoffvorprodukt TDI. Für heuer erwartet BASF einen operativen Ergebnisrückgang von bis zu 30 Prozent.

Sorgen um das Stammwerk versuchte Vorstandschef Martin Brudermüller auszuräumen: „Wir bleiben dem Standort treu, allem Abwanderungsgerede zum Trotz“, sagte er bei der Vorlage der Jahreszahlen. Der Hauptsitz, wo BASF zuletzt rund 39.000 seiner mehr als 111.000 Mitarbeiter beschäftigte, bleibe der größte integrierte Standort im Konzern.

Brutto fällt der geplante Jobabbau mit 4200 zu streichenden Stellen noch größer aus. Doch andernorts will der im deutschen Aktienleitindex DAX notierte Konzern auch Stellen aufbauen, etwa in Servicezentren in Berlin und Madrid. Ein Teil des Jobabbaus soll daher über natürliche Fluktuation abgefedert werden.

Der Chemiekonzern hatte schon im Herbst wegen der hohen Energiekosten und der schwachen Konjunktur ein Sparprogramm angekündigt. Damit will BASF ab 2024 jährlich 500 Mio. Euro außerhalb der Produktion sparen, davon die Hälfte in Ludwigshafen. Schwerpunkte sind Service-, Unternehmens- und Forschungsbereiche sowie die Konzernzentrale. BASF macht als größtem industriellen Gasverbraucher Deutschlands die teure Energie besonders zu schaffen. Brudermüller hatte wiederholt vor drastischen Folgen für die deutsche Wirtschaft im Fall eines Gasboykotts gegen Russland gewarnt. Die Unsicherheiten wegen des Kriegs in der Ukraine, hoher Rohstoff- und Energiekosten in Europa, steigender Preise und Zinsen würden auch 2023 fortbestehen, hieß es nun. All das werde die weltweite Nachfrage belasten.

Aktie leidet seit Jahren

Die BASF-Aktie notierte am Freitagnachmittag zeitweise fünf Prozent im Minus. Die Aktionäre sollen mit 3,40 Euro je Aktie nur eine Dividende auf dem Niveau des Vorjahrs erhalten. Zudem wird das Aktienrückkaufprogramm, das ursprünglich ein Volumen von bis zu drei Milliarden Euro haben sollte, bei rund 1,4 Milliarden vorzeitig beendet. Schon in den vergangenen Jahren hatte die Aktie den Anlegern keine rechte Freude bereitet. Auf Fünfjahressicht liegt der Kurs 40 Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn gibt es ein kleines Plus, das aber am Freitag auf magere zwei Prozent zusammengeschrumpft ist.

Denn die Aussichten sind trüb: 2023 stellt sich BASF auf einen weiteren deutlichen Rückgang des bereinigten operativen Gewinns (Ebit) auf 4,8 bis 5,4 Milliarden Euro ein.

Im vergangenen Jahr fiel das Ergebnis bereits um 11,5 Prozent auf 6,9 Milliarden. Der Umsatz dürfte von 87,3 Milliarden Euro auf 84 bis 87 Milliarden Euro sinken.

(Reuters/DPA/red.)

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