Nahost

Der israelische Minister, der ein palästinensisches Dorf "auslöschen" will

Premier Netanjahu (l) braucht den Hardliner Smotrich (re.) zum Erhalt seiner Regierung.
Premier Netanjahu (l) braucht den Hardliner Smotrich (re.) zum Erhalt seiner Regierung. APA/AFP/POOL/RONEN ZVULUN
  • Drucken

Er ist als Hardliner berüchtigt. Nun schockiert Israels Finanzminister Bezalel Smotrich mit seinen Zerstörungsfantasien gegenüber dem palästinensischen Dorf Hawara, das von radikalen Siedlern angegriffen worden ist.

15 ausgebrannte Häuser, 25 abgefackelte Autos, ein Toter: Das ist die Bilanz der Verwüstung, die radikale israelische Siedler im palästinensischen Dorf Hawara anrichteten. Sie scheint allerdings nicht jeden zu schockieren. „Ich finde, dass das Dorf Hawara ausgelöscht werden muss“, sagte Israels Finanzminister Bezalel Smotrich am Mittwoch.

In den vergangenen Tagen ist die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern dramatisch eskaliert. Am Sonntag hatte ein palästinensischer Attentäter bei Hawara im Westjordanland zwei junge israelische Brüder in ihrem Auto erschossen. Am Abend darauf drangen rund 400 israelische Siedler in das Dorf ein, um an den Bewohnern kollektiv Rache zu nehmen. Generalmajor Yehuda Fuchs, der die israelischen Streitkräfte unter anderem im Westjordanland befehligt, sprach anschließend von einem „Pogrom“.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren

Nahost

Westliche Protestaktion gegen den israelischen Siedlungsbau

Fünf Außenminister üben gemeinsam Kritik an Netanjahu-Regierung. Sie will in Palästinensergebieten 100.000 neue Wohnungen errichten.
Leitartikel

Netanjahu mutet Israels Demokratie einen Stresstest zu

In Israel bringt die ultrarechte Regierung die Gewaltenteilung ins Wanken. Doch die Demokratie zeigt ihre Stärke: Ein breites Bündnis bietet Paroli.
Benjamin Netanjahu in der Knesset.
Koalitionsprogramm

Die umstrittenen Pläne der rechtesten Regierung Israels

Benjamin Netanjahus neues Kabinett erlaubt den vollen Zugriff aufs Westjordanland.
Das umstrittene Projekt einer Justizreform treibt in Israel jede Woche Hunderttausende Demonstranten auf die Straße.
Protest gegen Premier

Justizreform verursacht Riss in Israels Regierung

Israels Verteidigungsminister, Yoav Gallant, rief dazu auf, das umstrittene Gesetzesvorhaben auf Eis zu legen. Daraufhin wurde er vom Premier entlassen.
Tausende Menschen gingen in der Nacht gegen die geplante Justizreform auf die Straße, es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Der Dachverband der Gewerkschaften ruft zu einem Generalstreik auf.
Israel

Proteste nach Minister-Entlassung: Stoppt Netanjahu jetzt die Justizreform?

Im Streit um Israels Justizreform könnte Premier Netanjahu nun doch einlenken und sie zurückziehen. Eine geplante Rede an die Nation wurde aber wieder verschoben. Die Entlassung des Verteidigungsministers hatte das Fass zum Überlaufen gebracht.

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.