Kärnten-Wahl

Zündstoff für den SPÖ-Führungsstreit

Mit dem Rücken zur Wand: SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner nach der Landtagswahl in Kärnten.
Mit dem Rücken zur Wand: SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner nach der Landtagswahl in Kärnten.APA/EXPA/Johann Groder
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Die SPÖ wurde bei der Landtagswahl abgestraft. ÖVP und FPÖ legten leicht zu, für Neos und Grüne setzte es Schlappen.

Wien/Klagenfurt. Die politische Landschaft Österreichs unterzieht sich gerade einem breit angelegten Stimmungstest: Gleich vier Landtagswahlen gehen innerhalb weniger Monate über die Bühne – am Sonntag wurde in Kärnten die dritte von vier Etappen absolviert. Und wieder gab es für die Partei des Landeschefs ein deftiges Minus – nachdem in Tirol und Niederösterreich jeweils die ÖVP rund zehn Prozentpunkte verloren hatte, setzte es im rot regierten Kärnten diesmal für die SPÖ ein Minus von neun Prozentpunkten. Ein Überblick, was diese Landtagswahl für die Bundespolitik bedeutet.

Dass die SPÖ im Gegensatz zu den Freiheitlichen weder von der für sie günstigen Themenlage – Stichwort Teuerung – noch vom Straucheln der Regierungsparteien profitiert, ist seit Monaten Quell der roten Führungsdebatte. Jetzt setzte es in Kärnten auch noch eine überraschende Pleite: Die Roten bleiben mit 39 Prozent zwar klar auf dem ersten Platz, verloren aber massiv – und das trotz guter Werte eines Landeshauptmanns, der sich in seiner Amtszeit nichts hat zuschulden kommen lassen. Laut Wahltagsbefragung von Meinungsforscher Peter Hajek war Peter Kaiser das mit Abstand wichtigste Wahlmotiv der Kärntner SPÖ-Wähler, gefolgt von der Zufriedenheit mit der Arbeit der Landespartei. Die Debatte, ob Pamela Rendi-Wagner weiter an der Spitze der SPÖ stehen soll, wird also weitergehen.

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