Außenpolitik

China warnt USA vor "Konflikten und Konfrontationen"

Chinas Außenminister Qin Gang
Chinas Außenminister Qin Gang(c) Reuters
  • Drucken

Der chinesische Außenminister Qin Gang wirft Washington vor, Peking unterdrücken zu wollen. Die Beziehung zu Russland hingegen sei vorbildlich.

China hat die USA davor gewarnt, die angespannten Beziehungen durch Provokationen weiter zu belasten. "Wenn die Vereinigten Staaten nicht auf die Bremse treten und weiterhin den falschen Weg einschlagen, können keine noch so großen Leitplanken eine Entgleisung verhindern, die zu einem Konflikt und einer Konfrontation führen wird, und wer wird die katastrophalen Folgen tragen?", sagte Chinas Außenminister Qin Gang am Dienstag vor Journalisten anlässlich der laufenden Jahrestagung des Volkskongresses.

Nach Darstellung Qin Gangs betrachten die USA China als ihren Hauptgegner und als ernsthafteste geopolitische Herausforderung. Die Folge dieser Annahme sei, dass die China-Politik der Amerikaner völlig vom "rationalen Pfad" abgekommen sei. Washington spreche zwar von Wettbewerb, wolle China aber in Wirklichkeit in allen Bereichen unterdrücken.

Die Beziehungen zwischen den beiden Supermächten sind seit Jahren wegen einer Reihe von Streitpunkten wie dem Taiwan-Konflikt, Handelsstreitigkeiten und dem russischen Krieg in der Ukraine angespannt. Zuletzt hatten sie sich wegen des Streits über den Abschuss eines mutmaßlichen chinesischen Spionage-Ballons weiter verschlechtert.

Gute Beziehung zwischen Xi und Putin

Qin Gang verglich die Beziehungen mit einem unfairen olympischen Rennen: "Wenn ein Athlet, anstatt sich darauf zu konzentrieren, sein Bestes zu geben, immer versucht, den anderen zu überlisten oder sogar zu verletzen, dann ist das kein fairer Wettkampf, sondern eine böswillige Konfrontation und ein Foulspiel", so der chinesische Außenminister. Er rief dazu auf, die Beziehungen wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Dies sei keine Option, sondern eine Notwendigkeit.

Eine „unsichtbare Hand“ wolle eine Eskalation des Ukraine-Kriegs und nutze die Krise, um ihre eigene politische Agenda voranzutreiben, sagte Qin. China nimmt in dem Konflikt eine sogenannte prorussische Neutralität ein und verurteilte Russland als Aggressor bisher nicht. Zuletzt waren Gerüchte aufgekommen, China beliefere Russland mit tödlichen Waffen, was die Führung in Peking zurück weist. Zugleich lobte Qin am Dienstag die enge Beziehung zwischen Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und Russlands Präsident Wladimir Putin. Sie sei der Anker für die chinesisch-russischen Beziehungen.

Qin verurteilt US-Waffenlieferungen an Taiwan

Vor dem Hintergrund des Streits um Taiwan forderte Qin Gang die USA auf, sich nicht weiter "in die inneren Angelegenheiten" Chinas einzumischen. Er verurteilte US-Waffenlieferungen an die demokratische Inselrepublik. "Wir werden weiterhin mit größter Aufrichtigkeit und Anstrengung auf eine friedliche Wiedervereinigung hinarbeiten", sagte der Minister. China behalte sich aber das Recht vor, "alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen", wiederholte er die bekannte chinesische Position.

(APA/dpa)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.