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Vietnam: Auch tiefes Grundwasser ist mit Arsen vergiftet

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Das in Asien verbreitete Problem lässt sich mit Brunnenbohren in tiefere Schichten nicht lösen. Das Gift wandert mit.

In den Schwemmländern Südostasiens gibt es Wasser genug – oft viel zu viel –, aber es ist voll mit Krankheitserregern. Deshalb sollte etwa im Gangesdelta Grundwasser Abhilfe bringen. Aber dort, in Bangladesch und Westbengalen, zeigte sich Ende der 1980er-Jahre die Kehrseite. Das Wasser aus der Tiefe war vergiftet mit Arsen natürlichen Ursprungs, es brachte Millionen Menschen chronische Arsenvergiftung, die erst die Haut und dann den ganzen Körper zerfrisst, mit unterschiedlichsten Tumoren.

Bald zeigte sich das Problem in vielen anderen Deltas, etwa dem des Roten Flusses in Vietnam. Und dort verschwindet jetzt eine Hoffnung, die auf das Brunnenbohren in tiefere Grundwasserschichten. Das begann in Hanoi (aus anderen Gründen) vor über hundert Jahren in der französischen Kolonialherrschaft, und es brachte erst auch reines Wasser. Aber nun ist auch dieses mit Arsen kontaminiert, Geologen um Lenny Winkel (Dübendorf, Schweiz) haben es gemessen und schätzen, dass sieben Millionen Menschen Wasser mit gefährlichen Arsengehalten trinken. Wie das zugeht, ist unklar: Entweder das Wasser aus den höheren Schichten sickert hinab in tiefere, oder in den tieferen Schichten ändern sich die chemischen Bedingungen durch das Abpumpen so, dass bisher gebundenes Arsen frei wird (Pnas, 17. 1.).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.01.2011)