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Goldman schließt US-Anleger von Facebook-Anteilen aus

USA FACEBOOK HEADQUARTERS
(c) EPA (John G. Mabanglo)
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Die US-Bank befürchtet rechtliche Probleme aufgrund der privaten Platzierung von Facebook-Anteilen. Vermögende US-Investoren dürften verärgert sein.

Die US-Bank Goldman Sachs will einem Zeitungsbericht zufolge US-Investoren keine Anteile am sozialen Netzwerk Facebook verkaufen. Viele wohlhabende US-Kunden der Bank dürften über die entgangene Anlagemöglichkeit wenig erfreut sein. Als Grund habe die Bank das intensive Medieninteresse genannt, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag. Dies könnte dazu führen, dass die privaten Platzierungen nicht im Einklang mit US-Gesetzen stünden.

Die Entscheidung, nur noch Investoren aus Übersee zu beteiligen, sei von keiner der beteiligten Parteien verlangt worden, auch nicht von der US-Börsenaufsicht SEC, berichtete das Blatt unter Berufung auf eine Mitteilung der Bank. Erste Kunden seien bereits am Sonntag informiert worden. 

Bereits Anfragen für sieben Milliarden Dollar

Insgesamt seien bereits Anfragen für Beteiligungen im Wert von sieben Milliarden Dollar eingegangen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Vor allem die Nachfrage aus China soll besonders hoch sein. Goldman habe dem "Wall Street Journal" mitgeteilt, die Konsequenzen der Entscheidung zu bedauern. Man ginge aber davon aus, dass dies derzeit der klügste Weg sei.

Der geplante Deal hatte einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge die Börsenaufsicht SEC aufgeschreckt. Zum einen, weil für solche Privat-Platzierungen abseits des Aktienmarktes strenge Regeln gelten. So kann auch eine breite Medien-Berichterstattung die Aufsichtsbehörde aktiv werden lassen. Zum anderen ist das Geschäft laut Zeitung so konstruiert, dass Facebook eine grundlegende SEC-Regel umgehen könnte: Hat ein Unternehmen 500 Investoren, muss es seine Bilanzzahlen veröffentlichen wie ein börsennotiertes Unternehmen. Goldman würde in dem Fonds zwar Geld zahlreicher Anleger (mit einer Mindestinvestition von zwei Millionen Dollar) sammeln, aber als ein einziger Facebook-Investor auftreten. Facebook hat aber bereits in Aussicht gestellt, die bislang geheimen Zahlen publik zu machen oder gleich an die Börse zu gehen.

Blog-Eintrag als Grund für Rückzieher

Goldman verweist als Grund für den Rückzieher auch auf einen Bericht im "DealBook"-Blog der "New York Times" vom 2. Januar 2011, in dem über Details der Facebook-Investition geschrieben wurde. Daraufhin hätten sich die Bank und Facebook gegenseitig die Schuld für das Durchsickern der Informationen zugeschoben, wie der Blog jetzt berichtet.

Die Investmentbank investiert 450 Millionen Dollar in das mit 50 Milliarden Dollar (37,6 Mrd. Euro) bewertete Unternehmen und sammelt derzeit Geld von Kunden ein, die mitziehen wollen.

(Ag.)