In Memoriam

Unmut über unerwähnte Verstorbene bei den Oscars

RECORD DATE NOT STATED Charlbi Dean attending the 75th edition of the Cannes Film Festival (2022/05/22) Actress Charlbi
RECORD DATE NOT STATED Charlbi Dean attending the 75th edition of the Cannes Film Festival (2022/05/22) Actress Charlbi(c) IMAGO/Andia (IMAGO/Depoilly X/Alpaca/Andia.fr)
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Knapp vier Minuten lange wurden bei der Oscar-Gala die Namen und Fotos von kürzlich Verstorbenen aus der Filmbranche eingeblendet. Doch einige fehlten – oder wurden „nur“ online genannt.

Das In-Memoriam-Segment bei der Oscar-Verleihung ist eine schwierige Sache. Nicht zu lange soll es sein, aber auch nicht zu kurz. Die prominenten Schauspieler und Schauspielerinnen, die seit der letzten Oscar-Gala verstorben sind, müssen vorkommen. Aber auch jene, die hinter der Kamera ihr Leben dem Film widmeten – Kostümdesigner, Produzenten, Special-Effects-Techniker. Für eine gestrafftere Variante des Segments hat man sich für die diesjährige Verleihung entschieden: Knapp vier Minuten lang saß Lenny Kravitz mit Sonnenbrille am Flügel und sang „Calling All Angels“. Dazu flimmerten die Namen und Bilder von Verstorbenen über die Leinwand. Die Schauspieler Kirstie Alley, Ray Liotta, Olivia Newton-John, Nichelle Nichols und James Caan waren darunter, Regisseur Jean-Luc Godard, die Komponisten Burt Bacharach und Vangelis und auch die deutsche Castingdirektorin Simone Bär.

Doch einige Personen fehlten – oder wurden „nur“ online gewürdigt, auf einer In-Memoriam-Seite, zu der während der Show ein QR-Code eingeblendet wurde. Ihren Unmut darüber, dass ihr Vater Paul Sorvino nicht in der Gala vorkam, tat nun die Oscar-Preisträgerin Mira Sorvino kund. „Unglaublich verletzt und geschockt“ sei sie, schrieb sie auf Instagram. „Unglaublich sei es“, dass ihr Vater nicht genannt wurde. Sie hoffe jedenfalls, dass die Academy etwas tue, um das wieder gutzumachen. Paul Sorvino kennt man vor allem in Gangsterrollen – etwa aus „GoodFellas“.

Charlbi Dean spielte eine Hauptrolle

Er war nicht der einzige, der in der Gala nicht erwähnt wurde. Auch das Fehlen von Charlbi Dean stieß auf Unverständnis. Die Südafrikanerin spielte immerhin eine der Hauptrollen „The Triangle of Sadness“, der heuer Chancen auf den Oscar in der Königskategorie Bester Film hatte. Dean war am 22. August mit nur 32 Jahren an einer Sepsis gestorben.

Auch Schauspielerin Anne Heche, im August nach einem Autounfall verstorben, kam im Fernsehen nicht vor. Ebenso wenig wie Tom Sizemore, der in „Saving Private Ryan“ mitspielte, oder der Comedian Leslie Jordan.

(her)

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