Die Spuren einer Person können bis in unsere Gegenwart bewahrt werden.
Spectrum

Schmeißen Sie Ihre Familienalben nicht ins Altpapier!

Wenn Sie Platz haben, behalten Sie die alten Bilder aus dem Familienbesitz noch ein wenig. Bewahren Sie sie dunkel, trocken und relativ kühl auf. Über den schwierigen Umgang mit fotografischen Erinnerungsstücken.

Ich schaue fremde Menschen sehr gern an, vor allem wenn sie nicht mehr am Leben sind. Ein merkwürdiges Faible, werden Sie sagen. Daher muss ich präzisieren: Es sind die Bilder längst verstorbener Menschen, die mich interessieren. Warum? Weil Fotografien und Lebensgeschichten die Eigenheit haben, nach dem Tod der Porträtierten auseinanderzudriften. Für mich als Fotohistoriker tun sich durch das Herauslösen der Bilder aus den biografischen Zusammenhängen neue Perspektiven auf. Für Angehörige mag dieser Erinnerungsschwund schmerzhaft sein, auch verwirrend, meist passiert er einfach. Man hat ein Bild in der Schublade und weiß nicht mehr viel darüber. Irgendein Groß- oder Urgroßvater muss das sein, eine entfernte Tante, ein entfernter Onkel, ein Großneffe, wie hieß er überhaupt? Ja, gewiss, die Eltern haben gelegentlich über diese Bilder gesprochen. Aber das liegt schon ewig zurück.

Was damals geschah, ist auf manchen Fotografien nur mehr zu erahnen. Die Bilder aus früheren Zeiten sind oft leer und sprachlos geworden. Sie werden zum Ballast, zur Bürde. Nach dem Tod der Oma, des Opas, der Mutter, des Vaters stellt sich die Frage: wohin mit den Fotos, die niemand mehr anschaut? Weiter aufbewahren, wenn doch der Platz so knapp ist? Und wenn ja, für wen? Oder doch entsorgen, wegwerfen? Aber darf man denn das?

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