Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk, über die weltweite Rezession der Freiheit, den drastischen Anstieg der Frauenfeindlichkeit und die Gewalt als extremen Ausdruck der Verachtung.
Sie sind seit Oktober Hoher Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte. Was hat Sie seither am tiefsten erschüttert?
Volker Türk: Ganz gleich, wo auf der Welt: Begegnungen mit Opfern von Menschenrechtsverletzungen berühren mich persönlich am meisten. Ich sehe Menschenrechte als Kraft der Veränderung. Deshalb erschüttert mich, dass Menschenrechte nicht mehr so stark wie früher als große Kraft der Erneuerung für Gesellschaften verstanden werden, sondern immer mehr in das geopolitische Fahrwasser geraten.