An Aufnahmen von Mozarts populärster Oper herrscht zwar kein Mangel, doch ist die Einspielung unter René Jacobs etwas Besonderes.
Zum einen vereint sie ein illustres Ensemble junger Stimmen, zum anderen zieht der Dirigent so etwas wie eine musiktheatralische Bilanz der Erkenntnisse des Originalinstrumentenzeitalters. In Union mit der Aufnahmetechnik bezieht er nicht nur Mozarts Noten, sondern auch Emanuel Schikaneders Regieanweisungen mit Blitz und Donner ein. So entstand eine Art Hörspielfassung, die ein glaubwürdiges Rekonstrukt von komödiantischer Lust einer Vorstadttheateraufführung anno 1791 ergibt. Gesungen wird schlank und ziemlich textdeutlich, musiziert mit zum Teil rasanter Geschwindigkeit – wobei die lebendige Einbeziehung des Hammerklaviers als Spielmacher selbst fragwürdige Lesarten wie die fehlenden Bläserakkorde am Beginn des Duetts „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ spielerisch ausgleicht.
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