Buch der Woche

Lieben zwischen Landeck und Niš

Angelika Overath, geboren 1957 in Karlsruhe
Angelika Overath, geboren 1957 in KarlsruheHeike Bogenberger
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Lovestory und Reisereportage: In Angelika Overaths Roman „Unschärfen der Liebe“ fährt ein Mann vom Schweizer Chur nach Istanbul und sinniert über sein Leben nach – am Zugfenster ziehen die Landschaften und ihre Geschichte vorbei.

Von Chur nach Istanbul geht die Reise, die Baran vor sich hat: Er fährt mit dem Zug über 30 Stunden – am Ende werden es noch mehr sein –, zurück zu seinem Geliebten Cla, mit dem er den Sommer in der Schweiz verbracht hat – bei dessen ehemaliger Verlobter Alva und der gemeinsamen Tochter Florinda. Diese lange Zugreise von der Schweiz in die Türkei ist die Erzählklammer, die Angelika Overath ihrem neuen Roman „Unschärfen der Liebe“ gibt. Wer Overaths jüngsten Roman, „Ein Winter in Istanbul“, 2018 erschienen, gelesen hat, kennt das Figuren-Dreigestirn Baran, Cla und Alva bereits. Erzählte der Vorgängerroman aus Clas Perspektive vom Kennenlernen der drei und davon, wer wen wie liebt oder nicht mehr lieben kann wie früher, weil es da plötzlich einen Dritten gibt, erzählt „Unschärfen der Liebe“ nun Barans Geschichte und schildert, was aus den Liebesbeziehungen geworden ist – wobei man „Ein Winter in Istanbul“ nicht gelesen haben muss, um „Unschärfen der Liebe“ folgen zu können.

Etwas stimmt nicht in Barans Leben, das spürt man sofort am Beginn des Romans, wenn man gleichsam mit dem Ich-Erzähler in Chur in den Zug steigt und sich bereit macht für diese lange Reise auf Schienen von West nach Ost, über die Alpen und den Balkan bis ans türkische Ende Europas. Tatsächlich besteht der Roman aus nichts anderem als aus Barans Gedanken, die er sich während dieser langen Zugfahrt macht, und den Eindrücken, die er auf seiner Reise aus dem Zugfenster blickend gewinnt.

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