Lokalkritik

Unter 20 Euro im Crazy Kinkhali

Crazy Kinkhali in der Hofmühlgasse
Crazy Kinkhali in der HofmühlgasseDie Presse/Clemens Fabry
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Eine Augenärztin macht im Crazy Kinkhali in der Hofmühlgasse seit einigen Wochen georgische Teigtaschen. Die sollte man ausprobieren.

Das Faszinierende am Essen ist ja: Auch wenn man glaubt, sich schon durch sehr viel durchgekostet zu haben, findet man doch immer wieder etwas, das man noch nie gegessen hat – auch wenn man das dann nicht immer ein zweites oder drittes Mal haben muss. Keine Angst, hier werden Ihnen diese Woche keine Hühnerfüße, Kuheuter oder sonstige nose-to-tail-konformen, aber doch irgendwie unappetitlichen Dinge vorgesetzt, sondern etwas ganz und gar Unschuldiges: Kinkhali. Die gehören zur scheinbar unendlichen internationalen Familie der Teigtaschen und sind dank einer georgischen Augenärztin, die hauptberuflich am AKH forscht, nun auch in Wien zu haben: in dem Lokal in der Hofmühlgasse, in dem zwischenzeitlich der israelische Koch Royi Shwartz mit seinen Gourmetcrepes Furore gemacht hat. Der widmet sich nach dem Aus im November offenbar gerade dem Brotbacken in Frankreich und denkt an ein Comeback.

Seit einigen Wochen gibt es in dem winzigen Lokal nun jedenfalls georgische Teigtaschen. Was die besonders macht, ist neben der Form – sie sehen aus wie kleine Geldbeutelchen – natürlich auch das Innenleben. Das ist teilweise flüssig, was das Essen zu einem kleinen Abenteuer macht: Teigtasche am Stiel nehmen, umdrehen, anknabbern und Suppe heraus zuzeln. Dann erst den Rest verzehren – der dicke Teigteil darf übrig gelassen werden. Nach einigen Fehlstarts gelingt das dann auch, die Teigtaschen mit Rind sind sehr gut (11,50 Euro), ein bisschen weniger überzeugen die klassischen mit Rind und Schwein (11 Euro), köstlich ist die vegetarische Version mit cremigen Erdäpfeln und Steinpilzen (die läuft nicht aus), auch Spinat oder Bärlauch und „Drei Käse“ gäbe es noch (7 Euro, 7,50 Euro bzw. 12 Euro) und eine süße Variante mit Nutella (6 Euro).

Wer mutig ist, bedient sich am Kühlschrank an der original georgischen Limonade (anscheinend mit Estragongeschmack) – wobei das, was man darüber von den Georgienkennern am Fenstertischchen hört, nicht überzeugend ist. Macht nichts: Die Kinkhali sollte man jedenfalls ausprobieren.

Crazy Kinkhali, Hofmühlgasse 18, 1060 Wien, Mi-So 13-21.00 Uhr, www.crazy-khinkali.at

www.diepresse.com/essen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.04.2023)


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