Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Ski: Kostelic wird der Konkurrenz unheimlich

Kostelic wird Konkurrenz unheimlich
Kostelic(c) APA/ROBERT PARIGGER (ROBERT PARIGGER)
  • Drucken

Der Kroate Ivica Kostelic sicherte sich als Slalomzweiter hinter dem Franzosen Jean-Baptiste Grange die klassische Hahnenkamm-Kombination und erzwingt die Vorentscheidung im Gesamtweltcup.

Kitzbühel. Dieser Ivica Kostelic wird der Konkurrenz schön langsam unheimlich. Der 31-jährige Kroate ist der ganz große Sieger der 71. Hahnenkamm-Woche, in der er 304 Weltcuppunkte gemacht hat. Damit führt der beste Allrounder des Skizirkus im Gesamtweltcup mit einem Vorsprung von 401 Zählern, die große Kristallkugel ist ihm somit nur noch schwer zu nehmen. Von den vergangenen elf Rennen hat Kostelic seit Jahresbeginn sechs für sich entschieden.

 

125.000 Euro verdient

Dem Sieg im Super-G am Freitag war Rang elf in der Streif-Abfahrt gefolgt, am Sonntag holte er sich die klassische Kombination vor dem Schweizer Silvan Zurbriggen und dem Österreicher Romed Baumann. Rang zwei im Slalom am Ganslern genügte ihm, um sich ein Preisgeld von 125.000 Euro zu sichern. „Für Kombinierer“, meinte Kostelic, „war das schon ein sehr schweres Rennen.“ Im Hinterkopf schwirrten freilich Gedanken an die Kombinationswertung herum, „aber ich wollte das verdrängen“. Der Ausnahmekönner aus Zagreb wollte sich den Sieg im Torlauf holen, letztlich hat es für den Halbzeitführenden aber nicht ganz gereicht. „Ich habe gefightet – und das Rennen einfach so genommen, wie jedes andere auch. Mein tollstes Wochenende!“

Die Kitzbühel-Rennen, gesteht Ivica Kostelic, würden ihm Berge geben. „Sie verliehen Flügel. Und wir gehen weiter und weiter. Jetzt freue ich mich schon auf Schladming am Dienstag.“ Und das klingt schon fast wie eine Drohung für die Konkurrenz. Er ist trotz Monsterprogramm und vier Knieoperationen unverwüstlich, er lässt sich von der Leichtigkeit der Souveränität treiben. Und hat einen eisernen Willen.

Am Ganslernhang wurde Kostelic nur von Jean-Baptiste Grange geschlagen. Der Franzose schaffte es dank Laufbestzeit im zweiten Durchgang den Kroaten um 0,28 Sekunden abzuhängen. Im Zielraum ertönte die französische Hymne, Grange kennt dieses Gefühl, er hat in Kitzbühel bereits im Jahr 2008 triumphiert. Jetzt hält er bei acht Weltcupsiegen. „Großartig, wenn man im Land des Skifahrens die Nummer eins sein kann“, meinte er. „Aber man muss ständig auf der Hut sein, die Konkurrenz ist so groß. Und man verletzt sich so schnell . . .“

 

Hirscher vor Herbst Vierter

Grange lieferte das Stichwort, das Reinfried Herbst, Fünfter hinter Marcel Hirscher, aufgriff. „Wir sind für den Hans (Grugger) gefahren. Wenn Skifeste gefeiert werden, soll man nicht vergessen, dass es wichtigere Dinge gibt, als ein Rennen zu gewinnen. Hans, komm bald wieder, wir wünschen dir alles Gute!“

Herbst, der in Kitzbühel als Führender schon zweimal ausgeschieden ist, hat auch heuer sein Ziel verfehlt. „Ich wollte aufs Podest, aber in der Piste waren schon solche Schläge drinnen, mehr habe ich nicht geschafft.“ Marcel Hirscher beklagte, im ersten Lauf eine bessere Platzierung vergeben zu haben. „Der zweite Durchgang war o. k., aber ich habe noch viele Chancen.“

Mario Matt gelang mit Rang acht das dritte Top-Ten-Ergebnis, Weltmeister Manfred Pranger kämpfte mit neuem Material (Ski, Schuhe), mehr als Platz zehn war nicht drinnen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.01.2011)