Vogelschutz

Kinder sollten Katzen töten: Wettbewerb in Neuseeland gestoppt

Archivbild einer Katze in der Ukraine. In Neuseeland sind verwildete Katzen eine Gefahr für die Tierwelt.
Archivbild einer Katze in der Ukraine. In Neuseeland sind verwildete Katzen eine Gefahr für die Tierwelt.IMAGO/ZUMA Wire
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Katzen gelten als große Gefahr für die in Neuseeland endemische Vogelvielfalt. Doch eine Jagdkategorie eines Charity-Events für Kinder unter 14 Jahren sorgte für Aufregung - nicht nur im Süden Neuseelands.

Verwilderte Katzen jagen und töten, um andere in Neuseeland heimische Tierarten zu retten. Dieser Wettbewerb in der Region Canterbury auf der neuseeländischen Südinsel hat für gehörigen Wirbel gesorgt - und wurde nach öffentlichem Druck - auch von Tierschutzorganisationen nun doch abgesagt.

Große Aufregung gab es vor allem erst, als die Veranstalter der „Nord Canterbury Hunting Competition“ zugunsten einer Schule am Samstag angekündigt hatten, eine Teilnehmer-Kategorie für Kinder unter 14 Jahren zu öffnen. Der Siegerpreis betrug 250 Neuseeland-Dollar (rund 140 Euro). Am Montag wurde schließlich das Aus der Jugendkategorie beschlossen. Am Mittwoch folgte dann die schriftliche Begründung der Veranstalter. Es seien "gemeine und unangemessene E-Mails" und Nachrichten an die Schule und andere Beteiligte geschickt worden. „Wir sind zutiefst enttäuscht über diese Reaktion und möchten klarstellen, dass es sich bei diesem Wettbewerb um eine unabhängige, von der Gemeinschaft organisierte Veranstaltung handelt", heißt es in der Erklärung.

Während Katzen bei vielen Neuseeländern ein beliebtes Haustier sind, sind verwilderte Katzen seit langem ein Streitpunkt zwischen Tierfreunden und Behörden, da sie Auswirkungen auf andere Wildtiere haben können.

Die Organisatoren des Wettbewerbs in Canterbury erklärten, dass es bei dem Jagdturnier darum gehe, "einheimische Vögel und andere gefährdete Arten zu schützen". Dabei würden ausschließlich wilde Katzen mit einer Schusswaffe oder auf andere Weise getötet. „Unsere Sponsoren und die Sicherheit der Schule haben für uns oberste Priorität, deshalb haben wir beschlossen, diese Kategorie für dieses Jahr zurückzuziehen, um weitere Rückschläge zu vermeiden", hieß es. „Zur Klarstellung: Bei allen Jagdkategorien müssen sich unsere Jäger an das Schusswaffengesetz von 1983 und künftige Änderungen sowie an das Tierschutzgesetz von 1999 halten."

Katzen und andere eingeschleppte Tiere als große Gefahr für die Artenvielfalt

In Neuseeland ist die Katzenhaltung schon länger umstritten. In einigen Schutzgebieten gibt es Zäune, die das Eindringen von Katzen verhindern. Auch in der Hauptstadt Wellington gibt es immer wieder Proteste, weil die vermeintlich so friedlichen Haustiere in der Umwelt großen Schaden anrichten. Katzen waren von europäischen Einwanderern nach Neuseeland gebracht worden und gelten als große Gefahr vor allem für die vielen Vogelarten Neuseelands, die nur noch dort leben, weil auf den Inseln Neuseelands keine sie jagenden Säugetiere heimisch waren.

Im Jahr 2018 hatte die kleine Gemeinde Omaui im äußersten Süden des Pazifikstaats sogar geplant, nach und nach seine Katzen loszuwerden. Dazu sollen alle Tiere gezählt, mit Mikrochips ausgestattet und gegebenenfalls auch kastriert werden. Wenn eine Katze stirbt, darf sich der Besitzer keine neue mehr anschaffen. Begründet wird dies mit der Sorge, dass die Katzen zu viele andere Tiere wie Vögel, Echsen und Insekten fressen würden.

(Red.)

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