Kunst

In Wiens Kunsthalle hängt Skopjes Picasso diebstahlsicher

(c) kunst-dokumentation.com / Manuel
  • Drucken

Eine neue Ausstellung in der Wiener Kunsthalle erzählt, wie ausgerechnet Skopje ein internationales Kunstmuseum bekam. Aus Künstler-Solidarität nach dem Erdbeben-Disaster. Faszinierend. Trotz Tumults der Meta-Ideen drumherum.

Die Geschichte ist so gut, wie sie auch vergessen ist, hierzulande jedenfalls: Wie ausgerechnet Skopje zu einem Museum zeitgenössischer Kunst kam, in dessen Sammlung sich Werke von Picasso, Vasarely, Christo, Pierre Soulage, Zoran Musić, Alex Katz, Meret Oppenheimer etc. befinden. In der nordmazedonischen Hauptstadt nicht unbedingt zu erwarten. In seiner neuen Sonderausstellung klärt uns das kroatische Direktorinnenteam WHW der Wiener Kunsthalle darüber auf – was ihnen erst einmal hoch anzurechnen ist.

Am 26. Juli 1963 um 5.17 Uhr hatte ein starkes Erdbeben einen Großteil von Skopje vernichtet, damals eine Stadt im sozialistischen Verband Jugoslawiens. An die 1000 Menschen wurden getötet, 80 Prozent der öffentlichen Gebäude zerstört, Tausende Wohnhäuser, 150.000 waren obdachlos. Die internationale Hilfe setzte binnen Stunden ein und war derart überwältigend, dass die Vereinten Nationen Skopje zu einem „Denkmal der menschlichen Solidarität“ verwandeln wollten. Vor allem architektonisch gelang das, ein Team unter Leitung des Japaners Kenzō Tange machte die Stadt zu einem Juwel des heute gesuchten modernistischen Beton-Brutalismus. Unter anderem ein Museum, das bei seiner Eröffnung 1970 einen Bestand von 2000 Werken aufweisen konnte, der von 1000 Künstlerinnen und Künstlern aus 40 Ländern gespendet wurde.


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.