Der Vienna City Marathon feiert seine 40. Auflage, aber wer kam 1984 auf die Idee, dieses Rennen aus der Taufe zu heben, in einer Stadt, die Bewegung nicht schätzt, dafür die Bürokratie so furchtbar liebt? Was haben ein Hotel-Direktor und ein Finne damit zu tun? Leichtathletik-Doyen Roland Gusenbauer erzählt es.
Wird ein Jubiläum gefeiert, muss man zurückblicken, um zu verstehen, was passiert ist, wer Fäden gezogen hat und welche Entwicklung gediehen ist. Läuft heute der 40. Vienna City Marathon ab 9 Uhr durch die Stadt, stellt sich die Frage, wie es damals, am 25. März 1984, dazu gekommen ist, dass Wien einen Lauf über 42,195 Kilometer überhaupt wollte. Warum sich damals 794 Starter auf den Weg machten, welche Hindernisse aus dem Weg geräumt wurden, damit der Pole Antoni Niemczak in 2:12,17-Stunden gewinnen konnte. Und, wie der Frühlingsmarathon nunmehr als VCM das größte Laufevent des Landes wurde, Impulse für Tourismus setzt, Fixpunkt des jährlichen Sportkalenders ist.
Wobei, der erste Marathon lief 1983 – und zwar auf der Donauinsel, verrät Roland Gusenbauer, 78, der jahrzehntelang bis 2009 dem ÖLV-Verband als Generalsekretär zur Seite stand, innovativer Trainer (seiner Frau und Hochspringerin Ilona; Weltrekord 1971 in Wien mit 1,92 Meter) war und nach „einer Idee von Herbert Janko“, darauf legte der Leichtathletik-Doyen gesondert Wert, die Fäden zu diesem Bewerb in die Hand nahm.